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IT-Sicherheit:Warum Passwörter abgeschafft werden müssen

Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung, Zahlen - und am Ende landen die Passwörter trotzdem bei Hackern. Was für ein Quatsch.

Von Hakan Tanriverdi, New York

Die Nachricht hat sich natürlich schnell verbreitet. Ein paar Konten von Mark Zuckerberg wurden übernommen. Linkedin, Twitter, Pinterest, in den Händen von Fremden. Sein Passwort lautete anscheinend: dadada. Wie der Popsong der Gruppe Trio.

Die nächste Zeile in dem Song beschreibt dann passenderweise auch, wie Menschen im digitalen Zeitalter das Prinzip Passwörter finden, ob sie nun Zuckerberg heißen oder anders: "Du liebst mich nicht, ich lieb' dich nicht. Aha, aha."

Passwörter sind ein digitales Stück Vergangenheit. Bereits die ersten Passwörter waren unsicher und wurden geklaut. In den vergangenen 50 Jahren hat sich wenig geändert. Höchste Zeit, über das Ende von Passwörtern nachzudenken.

Weinen, statt zu lachen

Auf den ersten Blick ist es sehr verlockend, über Zuckerberg zu lachen. Ein bisschen putzig ist er ja dann doch, der Typ, der Chef des größten sozialen Netzwerks der Welt ist. Wählt einfach ein Passwort, das Hacker in Sekundenschnelle knacken können. Liest denn der überhaupt nicht, was seine eigenen Mitarbeiter an Tipps über sichere Passwörter schreiben?

Vermutlich schon. Vermutlich sind die Nutzer-Konten, die für Herrn Zuckerberg wichtig sind, deutlich besser geschützt als Seiten, die er jahrelang nicht benutzt hat.

Doch zur Wahrheit gehören zwei weitere Punkte. Sie zeigen, dass man nicht über Zuckerberg lachen sollte (nicht zu lange jedenfalls), sondern eher weinen angesichts dessen, wie hoffnungslos veraltet Passwörter sind.

Zuckerberg war zu faul, wie viele andere auch

Erstens: Wenn selbst jemand, der mit einer digitalen Plattform reich wurde, zu faul ist, um eine elemantare Grundregel zu beachten, dann gilt das für die meisten Menschen erst recht. Wenn also Zuckerberg keine Zeit dafür aufbringen will, sich ein sicheres Passwort auszudenken, wird es der Großteil der mehreren Milliarden Internet-Nutzer vermutlich erst recht nicht tun.

Denn all die Erfahrung zeigt: Gute Tipps schützen. Sie werden aber in aller Regel nicht befolgt.

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