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IT-Sicherheit:"Volksverschlüsselung" der Telekom kommt zunächst nur für Windows

So funktioniert die kostenlose ´Volksverschlüsselung"

Das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie und die Deutsche Telekom bieten nun die kostenlose "Volksverschlüsselung" an.

(Foto: dpa-tmn)
  • Seit Mittwoch ist die "Volksverschlüsselung" der Telekom und des Fraunhofer-Instituts verfügbar, eine kostenlose Verschlüsselungs-Software für E-Mails.
  • Zunächst können nur Windows-Nutzer die Software verwenden. Versionen für Android, iOS, MacOS und Linux sollen folgen.

Eine Initiative der Deutschen Telekom und des Fraunhofer-Instituts soll das Verschlüsseln von E-Mails deutlich einfacher machen. Unter dem Titel "Volksverschlüsselung" stellten das Unternehmen und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT am Mittwoch eine Lösung vor, mit der auch technische Laien Ihre Mails mit Hilfe einer kostenlosen Software in wenigen Schritten verschlüsseln können. Zunächst können aber nur Windows-Nutzer das Programm verwenden. Lösungen für die Apple-Systeme MacOS und iOS sowie Android und Linux seien noch in Planung.

Die Software soll automatisch alle Schritte der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übernehmen: Sie beglaubigt die Kryptografie-Schlüssel und betreibt einen Verzeichnisdienst, in dem man die öffentlichen Schlüssel von Kommunikationspartnern suchen kann. Entsprechende Pläne für eine sogenannte Volksverschlüsselung hatten Fraunhofer und Telekom bereits im November 2015 angekündigt.

Grundlage für die Software ist das hybride Verschlüsselungsverfahren S/MIME. Die Software unterstützt die Mailprogramme Outlook und Thunderbird, sowie die Browser Internet Explorer, Chrome und Firefox unter Windows. Web-Mail-Dienste, die ebenfalls mit S/MIME verschlüsseln sollen mit der Verschlüsselung kompatibel sein. Die Software generiert die notwendigen kryptografischen Schlüssel auf den Rechnern und konfiguriert die Mailprogramme oder andere Anwendungen wie Browser entsprechend. Die privaten Schlüssel verbleiben ausschließlich beim Nutzer, versicherten die Anbieter. Damit soll sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewährleistet werden und selbst unerfahrene Nutzer sollen das Verfahren einfach nutzen können.

Wer die Software nutzen möchte muss sich per Telekom Log-in oder mit Hilfe des elektronischen Personalausweises authentifizieren. Dadurch erhalten Nutzer sogenannte Class-3-Zertifikate. Die sollen garantieren, dass der öffentlichen Schlüssel eines Nutzers auch wirklich der richtigen Person zugeordnet ist. Künftig sollen sich Interessierte aber auch in Telekom-Shops mit ihrem Ausweis für die Volksverschlüsselung registrieren lassen können, hieß es.

Das Fraunhofer Institut SIT ist für die Entwicklung der Anwendung verantwortlich, die Telekom stellt mit einem ihrer Hochsicherheitszentren die nötige Infrastruktur zur Verfügung. Seit knapp einem Jahr bieten die E-Maildienste Web.de und GMX vom Telekom-Konkurrenten 1&1 ebenfalls Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, allerdings mit dem Verschlüsselungsverfahren PGP. Zur CeBIT 2016 hatten Web.de und GMX berichtet, dass eine halbe Million Nutzer die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingerichtet habe.

© SZ.de/dpa/mor/mri
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