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IT-Gipfel in Essen:Zehntausende Fachkräfte fehlen

Eine gute Sache? "Es ist Geld da, aber es geht an den Gründern vorbei", sagt Verena Delius, die in Berlin den Spieleentwickler Goodbeans gegründet hat und von sich selbst sagt, dass sie Teil jener neuen Generation von Unternehmern ist, die erst einmal machen, statt nach dem Staat zu rufen.

Wer heute einen Gründerzuschuss bei der staatlichen Förderbank KfW beantrage, sagt sie, müsse auf drei Jahre festlegen, welche Geräte er für die Firma anschafft. Vor drei Jahren aber habe es das iPad noch nicht einmal gegeben. Inzwischen würden auf dem flachen Rechner, der sich per Handstreich bedienen lässt, unzählige ihrer Spiele heruntergeladen, weil das Ding für Kinder so intuitiv zu bedienen sei.

Für viele Gründer, das sagt auch Steffen Poralla von dem Start-up Upcload, das eine virtuelle Kleideranprobe für Bestellungen im Netz anbietet, sei Geld nicht das größte Problem. Das größte Problem für Upcload? "Dass unser Technikchef demnächst in Elternzeit geht. Es ist unheimlich schwer, gute Entwickler zu finden."

Fachkräftemangel tritt alle Unternehmen

Der Mangel an guten Mitarbeitern ist nicht nur ein Problem von Start-ups. Es bremst längst auch die größeren Unternehmen aus. Und die Klagen über den Fachkräftemangel, sie sind auch an diesem Tag in Essen zu hören. Mehr als 40.000 Stellen, so heißt es, sind derzeit in der IT-Branche unbesetzt, weil es an geeigneten Mitarbeitern fehlt. Auch dafür, sagt Rösler, habe die Politik einiges getan. Etwa den Weg für die Blue Card frei zu machen, die den Einsatz von Akademikern innerhalb der EU erleichtern soll. Aber er räumt ein, dass Deutschland bei seiner Willkommenskultur noch einiges nachzuholen habe.

Auch die Unternehmen engagieren sich inzwischen: Der Softwarekonzern SAP hat ein Bündnis gestartet, das junge Menschen für die Anforderungen der Zukunft rüsten will - und dabei ausdrücklich auch auf die Talente in Südeuropa schielt.

"Probleme", sagt Gründer Gerwinn und grinst, "gibt es nicht. Nur knappe Ressourcen. Und die spannende Aufgabe, wie man die so nutzt, dass es doch klappt."