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Facebook -SDK:Warum Spotify auf iPhones abstürzt

Spotify

Stürzt offenbar gerade auf vielen iPhones ab: Die Musik-App Spotify.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Zahlreiche beliebte Apps lassen sich auf iOS-Geräten nicht mehr öffnen. Schuld sind aber wohl nicht Apple oder die App-Entwickler - sondern Facebook.

Derzeit stürzen reihenweise iOS-Geräte ab, wenn Nutzer beliebte Apps wie Spotify, Tiktok, Tinder oder Pinterest öffnen wollen. Apple und die App-Entwickler können aber offenbar nichts dafür. Der Fehler liegt wohl bei Facebook: "Wir untersuchen eine Zunahme an Fehlern im iOS-SDK, die einige Apps abstürzen lassen", teilt Facebook auf seiner Entwicklerseite mit. Auch auf der Entwicklerplattform Github wird das Problem rege diskutiert.

Die Abkürzung SDK steht für "Software Development Kit". Diese Baukästen können andere Entwickler in ihre Programme einbinden. Mit Facebooks SDK bekommen sie Zugriff auf wertvolle Statistiken und können das Verhalten ihrer Nutzer besser analysieren. Außerdem bieten zahlreiche Apps über mithilfe des SDK die Möglichkeit an, sich mit über ihr Facebook-Konto bei anderen Diensten einzuloggen. Alle Apps, die derzeit abstürzen, setzen auf das Facebook-Gerüst für iOS.

Das SDK ist praktisch für die Entwickler, fungiert für Facebook aber auch als eine Art Wanze, von der die meisten Nutzer nichts wissen. Teils werden auch sensible Daten von Gesundheits-Apps übertragen. "Kaum wird die App geöffnet, landen Daten bei Facebook", sagte Frederike Kaltheuner von Privacy International der SZ vor anderthalb Jahren.

Von der jetzigen Störung ist offenbar nur ein Teil der Nutzer betroffen. Auf vielen iOS-Geräten der SZ-Redaktion läuft Spotify problemlos, bei einigen iPhones stürzt es ab. Das deckt sich mit den Erfahrungen, die Nutzer in sozialen Medien schildern. Firewall-Apps wie "Lockdown Apps", die den Zugriff auf das Facebook-SDK unterbinden, können helfen. Die Installation ist aber relativ aufwändig. Für die meisten Nutzer empfiehlt es sich, einfach ein paar Stunden zu warten, bis Facebook den Fehler behoben hat.

© SZ, sih/mxm/odg
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