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Handys:Spitzentreffen - Top-Smartphones im Vergleich

Die größten Schritte haben die Hersteller von Smartphones in den vergangenen Jahren bei der Kameratechnik gemacht, die immer bessere Bilder liefert.

(Foto: Hersteller; SZ-Collage)

Das Smartphone schwächelt oder ist gar kaputtgegangen? Wer schon viel ins Apple-Universum investiert hat, wird wohl wieder zum iPhone greifen. Aber auch andere Hersteller bauen gute Handys.

Von Helmut Martin-Jung

Was darf eigentlich ein Smartphone kosten? Schaut man sich die Entwicklung der Preise in den vergangenen gut zehn Jahren an, kamen zwar auch immer mehr günstige (Android-)Geräte auf den Markt. Neue Smartphones kann man mittlerweile für unter 100 Euro bekommen. Doch die Preise, die für Spitzentechnik aufgerufen werden, kannten eigentlich nur eine Richtung: nach oben.

1558,65 Euro - so viel verlangt Apple für sein jüngstes Flaggschiff, das iPhone 12 Pro Max. Ähnlich teuer ist Samsungs Galaxy Note 20 Ultra, 1264 Euro nennt der Hersteller als Listenpreis - zwei Beispiele von vielen. Handys für weit mehr als 1000 Euro - inzwischen ist das kein Aufreger mehr. Und es zeigt, dass der Aufwand, der betrieben werden muss, um neue Spitzenleistungen zu erreichen, immer weiter ansteigt.

Aber ist dieser Aufwand wirklich nötig - mal abgesehen von den Vertriebsplänen der Hersteller? Die wollen ihren Kunden natürlich am liebsten jedes Jahr ein neues Gerät verkaufen und jazzen in ihrer PR nicht selten kleine Fortschritte zu riesigen Avancen hoch. Eigentlich aber lässt es sich mit den Geräten des Vorjahres (die ja damals das Nonplusultra waren) genauso gut arbeiten.

Nur wer noch ein Smartphone nutzt, das schon mehrere Jahre auf dem Buckel hat, merkt einen wirklich gravierenden Unterschied. Zum Beispiel bei der Geschwindigkeit, mit der Apps gestartet werden, oder bei der Qualität von Fotos und Videos. Bei derart alten Handys kommt meist noch ein Problem dazu: die Software.

Viele Hersteller von Android-Handys bieten lediglich für ihre Spitzenmodelle Support über mehrere Jahre an. Meist ist schon nach zwei Jahren Schluss mit Updates, der Aufwand dafür ist angesichts der geringen Margen einfach zu groß, Billig-Smartphones kommen oft schon mit veralteten Versionen auf den Markt, Updates gibt es für sie abgesehen von gelegentlichen Sicherheits-Patches nicht.

Die rühmliche Ausnahme ist Apple - das allerdings auch keine richtig billigen Smartphones im Programm hat. Der Konzern unterstützt auch noch ziemlich alte Smartphones, die dann aber mit der immer mächtiger werdenden Software manchmal ihre Probleme haben - irgendwann ist die alte Hardware dann eben doch zu schwachbrüstig für die neuen Anforderungen.

5G oder nicht 5G, das ist (kaum) die Frage

Um den neuen Mobilfunkstandard 5G wird zurzeit viel Werbewirbel gemacht. Die nüchterne Wahrheit aber ist, dass er derzeit für Otto-Normal-Nutzer nicht allzu viel bringt. Von flächendeckender Verfügbarkeit kann keine Rede sein, zudem läuft der Verbindungsaufbau ohnehin über den Vorgänger 4G, und telefonieren kann man mit 5G sowieso überhaupt noch nicht.

Bei den Top-Geräten der Hersteller muss man sich trotzdem kaum Gedanken machen, ob man das jetzt braucht oder nicht. Die nötige Technik ist ohnehin eingebaut, alle iPhones 12 zum Beispiel beherrschen 5G. Vielreisende - falls das irgendwann wieder geht - sollten sich darüber informieren, auf welchen Frequenzen 5G im geplanten Einsatzgebiet funkt. Nicht alle Geräte beherrschen alle davon.

Fortschritte bei der Kameratechnik

Die größten Schritte haben die Hersteller in den vergangenen Jahren bei der Kameratechnik gemacht - und das auch zu Recht. Denn Fotografieren gehört zu den Dingen, bei denen es den Nutzern tatsächlich auf Qualität ankommt. Mit einem etwas langsameren Gerät kann man leben, aber mit einem, das verrauschte, verwackelte Bilder abliefert, eher nicht.

Kein Wunder, dass viele der Premiumhersteller ganz besonderen Wert auf die Kamerafähigkeiten ihrer Smartphones legen. Längst spielt dabei die Software eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie die Hardware, in diesem Fall also Sensor und Linsenelemente. Die Software rechnet mehrere Aufnahmen zu einer zusammen, macht den Hintergrund unscharf und und und. Mehrere Kameras sind inzwischen Standard, manche Anbieter haben sogar größere optische Zooms im Angebot und bauen diese liegend und mit einem Umlenkspiegel ein - wie das Periskop in einem U-Boot. Aber auch hier gilt: Der Unterschied zur Vorjahresgeneration ist kleiner, als es die PR der Firmen suggeriert.

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