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iPhone:Apple schnappt sich IT-Sicherheitsexperten für Smartphones

Smartphone Datensicherheit

Apple Smartphones sollen sicherer werden.

(Foto: picture alliance / AP Photo)
  • Apple hat den IT-Sicherheitsexperten Jon Callas eingestellt. Callas ist Experte für Verschlüsselung.
  • Erst kürzlich führte Apple einen sehr heftigen Streit mit dem FBI. Es ging um die Frage, ob die iPhone-Verschlüsselung ausgehebelt werden sollte.

Von Hakan Tanriverdi, New York

Apple hat den IT-Sicherheitsexperten Jon Callas angestellt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Callas gilt als Ikone im Bereich verschlüsselter Kommunikation und war zuletzt technischer Geschäftsführer von Silent Circle. Die Firma stellt Telefone her, die Menschen vor Überwachung schützen sollen.

Kurz nach einem erbittert geführten Streit zwischen dem iPhone-Hersteller und dem FBI wirkt diese Übernahme wie ein Signal an die Nutzer: In die Sicherheit der Smartphones werde auch weiterhin investiert.

Im Streit ging es um das Smartphone eines Terroristen. Das FBI wollte per Klage Zugang zu den Daten erzwingen, doch Apple weigerte sich, den Forderungen des FBI nachzukommen. Das FBI fand allerdings schließlich doch einen Weg, um an die Daten zu kommen (mehr zum Streit lesen Sie hier).

Callas hat bereits zweimal für Apple gearbeitet. Zuletzt war es zwischen 2009 und 2011 seine Aufgabe, die Festplattenverschlüsselung (Filevault) zu koordinieren.

Er ist ungewöhnlich optimistisch für einen Menschen, dessen Job es ist, PCs und Smartphones abzusichern, vor Kriminellen zum Beispiel oder eben dem FBI. "In den vergangenen 25 Jahren haben wir Dinge gebaut, ohne an die Sicherheit zu denken. Dass wir jetzt plötzlich wach werden und sagen: 'Oh mein Gott, das müssen wir richten.' Das ist eine gute Entwicklung", sagte er SZ.de im Oktober 2015. IT-Sicherheit werde mittlerweile von Beginn an mitbedacht. Dass Callas zum Zeitpunkt des Gespräches ein Produkt verkaufte, das Nutzern Sicherheit verspricht, spielte sicherlich auch eine Rolle.

Wichtig: Update-Funktion

Zwar sei auch heute noch zu beobachten, das Fehler gemacht werden, die man seit Jahrzehnten beobachten könne. Doch gebe es viele Gründe, die Callas positiv stimmen. Eingebettete Systeme zum Beispiel, wie sie in Routern, Set-Top-Boxen oder auch in Autos verwendet werden. "Viele dieser Systeme basieren auf Linux. Das heißt, all die Verbesserungen, die im vergangenen Jahrzehnt in dieses Betriebssystem eingebaut wurden, werden mit übernommen."

Insbesondere die Update-Funktion überzeugt Callas. "Das Beste, was aktuell passiert, ist im Umfeld von iOS", sagte er. Apple biete Software an, die von einem Großteil der Nutzer in kurzer Zeit heruntergeladen werde. Mit jeder neuen Version werde die Angriffsfläche kleiner.

Auf einer Konferenz für IT-Sicherheit führte er den Punkt weiter aus: "Auf mobilen Betriebssystemen haben wir pro Jahr vielleicht zehn schwerwiegende Bugs und nicht Hunderttausende, wie noch zu Zeiten der Desktop-PCs vor fünf bis zehn Jahren."

Da die Updates derart schnell übernommen werden, bleibe Angreifern deutlich weniger Zeit, um an Daten zu kommen. Einen Fehler zu finden und befürchten zu müssen, dass er im nächsten Update beseitigt wird, ist ein Hemmnis für sie. "Die Angreifer haben weniger Zeit, um die Schwachstelle auszunutzen", sagte Callas. Schlecht für die Angreifer, gut für die Nutzer.

© SZ.de/mri/jab
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