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Reparatur:Apple liefert iPhone-Ersatzteile an kleine Werkstätten

Reparatur eines Apple iPhones

Ein Service-Techniker arbeitet einen einem Apple iPhone.

(Foto: Apple/dpa)

Apple-Originalteile für das iPhone waren in Deutschland bislang nur für autorisierte Fachhändler zugänglich. Das soll sich jetzt ändern.

Apple öffnet nun auch in Europa den Zugang zu Original-Ersatzteilen für das iPhone. Künftig werden auch freie Werkstätten Akkus, Bildschirme und andere Ersatzteile aus Konzernbeständen verwenden können. Bislang waren sie auf einen Graumarkt angewiesen und konnten keine Ersatzteile direkt von Apple beziehen.

Das Programm war im vergangenen September in den USA gestartet und werde nun auf ganz Europa und Kanada ausgeweitet, teilte Apple am Mittwoch auf seiner Website mit. Teilnehmende Werkstätten können auch Analyse-Instrumente, Spezialwerkzeug und Reparaturanleitungen beziehen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie einen von Apple zertifizierten Techniker haben. Die Größe des Reparaturbetriebs spielt dabei keine Rolle.

Apple war lange dafür kritisiert worden, dass das Unternehmen unabhängige Reparaturen erschwere oder gar unmöglich mache. So hatte der US-Reparaturdienstleister iFixit 2019 festgestellt, dass Kunden, die den Akku eines iPhones selbst ausgetauscht hatten oder dies von einer nicht von Apple autorisierten Werkstatt machen ließen, den Batteriezustand nicht mehr angezeigt bekamen.

In den USA nehmen inzwischen mehr als 140 unabhängige Reparaturunternehmen an mehr als 700 Standorten teil. In dem Programm geht es nur um Reparaturen nach Ablauf der Garantiezeit, in den häufigsten Fällen den Austausch eines kaputten Displays oder der Batterie. Garantiefälle werden weiterhin von Apple selbst oder dem Netz der weltweit rund 5000 autorisierten Service-Anbieter behandelt.

Ausgebaute Komponenten einsammeln

Die unabhängigen Werkstätten können künftig sowohl Ersatzteile direkt von Apple verwenden als auch solche von anderen Herstellern, die oft günstiger sind. Damit wurden Befürchtungen von Kritikern entkräftet, Apple wolle freie Werkstätten auf die ausschließliche Verwendung von Originalteilen verpflichten.

Die unabhängigen Anbieter müssen allerdings vor ihren Kunden offenlegen, ob sie ein Ersatzteil von Apple oder von einem Drittanbieter bei der Reparatur verwendet haben. Zudem will Apple die ausgebauten Komponenten einsammeln, wenn sie durch Originalteile ersetzt werden. Das soll Wiederverwendung und besseres Recycling gewährleisten. Für die freien Werkstätten, die an dem neuen Programm teilnehmen, sollen Originalteile genauso viel kosten wie für autorisierte Service-Anbieter. Die Techniker-Zertifizierung mit einem Ausbildungskurs sei kostenlos, erklärt Apple. Informationen, ob ein Reparaturbetrieb an dem Programm teilnimmt, findet man hier.

In Deutschland machte sich zuletzt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) dafür stark, dass Smartphones und Tablets langlebiger werden. Dafür sollen Akkus und Bildschirme leichter austauschbar werden, Ersatzteile länger und günstiger zur Verfügung stehen sowie Reparaturen günstiger werden. Über die EU will Schulze erreichen, dass alle Hersteller verbindliche Aussagen zur Lebensdauer ihrer Produkte machen müssen.

© SZ/dpa/mri
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