Apple und das iPhone 4:Bei schlechtem Empfang: Bitte Hülle besorgen

Nach Kritik am iPhone 4 geht Steve Jobs in die Offensive: Empfangsprobleme seien bei Smartphones normal - und es gebe eine sehr einfache Lösung.

Lange Zeit hat Apple die Kritik seiner Kunden ignoriert - diese monieren schwere Empfangsprobleme beim neuen iPhone 4. Apple-Mitarbeiter, aber auch Konzernchef Steve Jobs rieten den verzweifelten iPhone-Nutzern, das Gerät einfach anders zu halten. Die Stellungnahmen zu dem Problem gerieten äußerst knapp und sorgten in US-Technologieblogs für heftige Kritik.

Apple CEO Jobs talks about 'Antennagate' during a news conference on problems with the iPhone 4 at Apple headquarters in Cupertino

Versucht sein "Antennagate" abzuwenden: Apple-Chef Steve Jobs auf der Pressekonferenz in Cupertino, Kalifornien.

(Foto: rtr)

Anfang der Woche nun nahmder Druck auf Apple zu, nachdem die Autoren des gemeinnützigen Verbrauchermagazins Consumer Reports vom Kauf des iPhone 4 abgeraten hatte. Sie äußerten zudem Zweifel an der Apple-Darstellung, bei dem Fehler handele es sich um ein Software-Problem, das sich per Update beheben lasse.

Daraufhin kündigte Apple am Mittwoch eine Pressekonferenz an und stellte bereits am Donnerstag ein Software-Update zur Verfügung. Eine Rückrufaktion, die einige PR-Experten gefordert hatten, hätte den Konzern 1,5 Milliarden Dollar gekostet.

Schutzhülle für bessern Empfang

Die möchte Apple nicht investieren. Jobs wiederholte seine These bei der Pressekonferenz in Cupertino, dass bei quasi jedem Smartphone das Empfangssignal etwas abnehme, wenn man es fest in die Hand nehme. Um diesen Effekt beim iPhone 4 zu minimieren, werde Apple künftig allen Käufern eine kostenlose Schutzhülle geben, die den äußeren Metallrahmen des Smartphones bedecke. Wer so eine bereits hat, bekommt den Kaufpreis von 29 Dollar erstattet.

Bei den Kunden, bei denen tatsächlich Empfangsprobleme aufgetreten seien, entschuldige er sich, sagte Jobs. Nach internen Daten des Apple-Partners AT&T sei im Vergleich zum Vorgängermodell iPhone 3GS die Rate der Verbindungsabbrüche um ein Prozent gestiegen. Jobs führte dies darauf, dass Apple die "Bumper"- Schutzhüllen nicht in ausreichender Stückzahl habe liefern können. Während beim iPhone 3GS 80 Prozent aller Geräte zusammen mit einer Schutzhülle verkauft worden sein, habe die Rate beim iPhone 4 wegen der Lieferprobleme nur 20 Prozent betragen.

Die Berichte über mögliche Empfangsprobleme beim iPhone 4 setzt Apple stark unter Druck gesetzt, die Aktie rutschte am Donnerstag unter die Schwelle von 250 Dollar. Jobs wertete die Berichte in den Medien und im Web als "völlig unverhältnismäßig", da sie sich nicht mit den Erfahrungen der Kunden deckten. Nur 1,7 Prozent der Käufer hätten von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ihr neues iPhone 4 zurückzugeben.

© sueddeutsche.de/dpa/joku/mob/mob/aho
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