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iPad Air:Gut gehalten

Viel Power auf wenig Platz: Apple erneuert seine iPads

Das neue iPad Air: Es ist das dünnere von beiden.

(Foto: dpa-tmn)

Im Vorfeld gelobt, ab Freitag erhältlich: das iPad Air. Leichter, schneller und dünner soll es sein. Ob die Versprechen eingehalten wurden? Ein Überblick über die ersten Tests.

180 Gramm - das ist die Zahl, auf die es ankommt beim iPad Air, dem neuen Tablet von Apple. Denn um dieses Gewicht wurde die Neuauflage des Tablets, das man ab diesem Freitag kaufen kann, sozusagen "airleichtert". Es wiegt nun 469 Gramm.

Der Unterschied könnte große Folgen haben für die Fans von Tablets, so besteht doch nun die Möglichkeit, das Tablet mit einer Hand zu halten, statt wie bisher dafür beide Hände zu brauchen. Ein Gerät, das leichter in der Hand liegt, vor allem nur in einer, ist schlicht und ergreifend benutzerfreundlicher.

Apple hat den Gewichtsverlust zelebriert, aber auch der Prozessor sei schneller und die Batterielaufzeit bleibe hoch, obwohl der Akku nun kleiner sei.

Doch wie kommt das Tablet in den ersten Tests an?

Walt Mossberg, Technik-Kolumnist des Wall Street Journals, beginnt mit einem Superlativ: "Das ist das beste Tablet, das ich jemals getestet habe", sagt Mossberg. Apple baue darauf auf, was das Tablet erfolgreich gemacht habe. Insbesondere lobt Mossberg die Akkulaufzeit, die in seinen Tests deutlich über dem Wert liege, den Apple selbst genannt hatte.

Laut Apple soll der Akku zehn Stunden halten, bei Mossberg im Test waren es zwölf. Das iPad Air sei viel einfacher in der Hand zu halten, was am Design und dem reduzierten Gewicht liege. Das Gerät sei mit dem neuen A7-Prozessor erkennbar schneller als die Vorgängermodelle. Lediglich der Preis bleibt, wie auch die Vorgängermodelle, eine Ansage: Wer Apple kaufen will, brauche das nötige Geld. Sei das vorhanden, werde man den Kauf nicht bereuen. Es sei ja auch immerhin das beste Tablet.

Urteil: Wie gesagt: Das beste Tablet, das Walt Mossberg jemals getestet hat.

David Pogue, der jahrelang für die New York Times arbeitete und von dort zu Yahoo gewechselt ist, rezensiert das iPad Air auf seinem Blog bei Tumblr. Dort schreibt er ein wenig überrascht, dass Apple sein Tablet auf "so eine radikale Diät" gesetzt habe, ohne dass es Einbußen in den Fähigkeiten gegeben habe.

"Der Bildschirm ist immer noch unglaublich scharf", schreibt er. Auch das Design sei weiterhin schön anzuschauen und aus Aluminium und nicht aus Plastik. Die Behauptung Apples, das iPad Air sei bis zu zweimal schneller als das Vorgängermodell, zitiert Pogue mit einem Hinweis auf die Worte "bis zu". In der Praxis sei die Schnelligkeit nur marginal besser. Aber, fügt er hinzu: "Wer hat sich schon über die Geschwindigkeit eines iPad beschwert?"

Erwähnenswert sei die Front-Kamera, die insbesondere bei schlechten Lichtbedingungen viel besser abschneide als das Vorgängermodell. Alles in allem habe das iPad laut Pogue keine "Mussichhaben"-Eigenschaften (eine solche Eigenschaft wäre zum Beispiel das Anmeldeverfahren Touch ID beim iPhone 5s gewesen, so Pogue). Auch Pogue zielt darauf ab, dass der Preis ein Problem sein könnte, bei einem Preis von mindestens 479 Euro. Der Konkurrent für das iPad Air ist für Pogue das Samsung Galaxy Note 10.1. Aber hier könne Samsung, das auf Anroid basiert, nicht mithalten. Die Qualität und die Quantität der Apps, gerade bei Tablets, spreche klar für Apple.

Urteil: Wenn ein großes Tablet gewünscht sein sollte, dann werde das iPad Air dasjenige sein, das seine Nutzer am glücklichsten mache.

Rich Jaroslovsky ist Technik-Kolumnist bei Bloomberg. Seit einer Woche teste er nun schon das Gerät und es sei, ganz ehrlich gesagt, das beste Tablet auf dem Markt. Das iPad Air sei auch der Versuch, wegzukommen von einem reinen Konsumprodukt. iLife und die iWork-Apps Pages, Keynote und Numbers seien bei Produktkauf kostenlos und ein Schuss in Richtung Microsoft, dem Anbieter von Office. Laut Jaroslovsky funktionieren diese Apps so, wie er es eigentlich von einer Office-App erwartet hätte - diese gebe es aber nicht für das iPad.

Jaroslovsky schreibt, dass er das Anmeldeverfahren Touch ID vermisse, schließlich sei auf einem größeren Gerät persönlichere Informationen drauf.

Urteil: Das iPad Air sei mittlerweile nicht mehr die einzige Wahl - aber immer noch die beste.

© Süddeutsche.de/hatr

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