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iOS 9.3:Apple hat Ärger mit iOS-Update

Apples neues Mobilbetriebssystem iOS 9.3 muss auf unterschiedlichsten Geräten funktionieren. Gerade klappt das nicht. Jetzt soll ein Update helfen.

Von Helmut Martin-Jung

- Apple und Software - nicht immer war das eine völlig reibungslose Angelegenheit. Für seinen anfangs völlig verunglückten Kartendienst musste Apple sich entschuldigen, und diese Ostern dürften die Programmierer aus Cupertino auch nicht viel zu Hause gewesen sein. Denn das Update 9.3 für Apples Mobilbetriebssystem iOS ist von einer Vielzahl von Fehlern geplagt. Der Konzern stellte daher die Verteilung des Updates sogar zeitweise ein.

Betroffen sind vor allem ältere Geräte. So lief das Update beim iPad 2 und einigen anderen älteren Geräten zwar durch, ließ sich dann aber nicht aktivieren. Auf anderen Geräten wie etwa dem iPhone funktionieren seit dem Update Links im Browser nicht mehr. Sie werden zwar angezeigt, lassen sich aber nicht anklicken.

Für einige Geräte hat Apple bereits über Ostern Updates bereitgestellt, eine Lösung für das Link-Problem will der Konzern in Kürze fertig haben. Manche Nutzer beschwerten sich auch darüber, dass ihr Gerät nach dem Update heiß werde und der Akku schneller zur Neige gehe. Dies könnte aber auch ein temporäres Problem sein, denn nach größeren Updates erstellt die Software zum Beispiel bestimmte Datenbanken neu, was kurzfristig viel Leistung fressen kann.

Der Konzern muss viele alte Geräte bespielen

Der Vorfall zeigt, dass auch Apple mittlerweile damit kämpft, dass es etwa 20 verschiedene Geräte mit teilweise auch noch unterschiedlicher Hardware für verschiedene Länder unterstützen muss. Beim Konkurrenten Android ist das schon länger ein Problem. Hersteller des Betriebssystems ist der Internet-Konzern Google, der selber aber allenfalls Designs für Geräte abstimmt, die dann von bewährten Herstellern wie Samsung, LG oder Motorola gefertigt werden.

Die meisten Android-Smartphones aber werden mehr oder weniger unabhängig von Google gebaut, und darüber hinaus verändern diese Hersteller mit individuellen Zusätzen Googles Software. Dies führt dazu, dass bei jedem Update, das Google macht, die Software vom Hersteller erneut angefasst werden müsste. Aus Kostengründen machen die Hersteller das aber in der Regel nur bei wichtigen Geräten, viele günstige erhalten nur wenige Updates oder gar keines.

Bei Apple ist das anders, denn der Konzern kontrolliert sowohl Hard- als auch Software, iOS läuft nur auf iPhones sowie auf iPads und einigen iPod-Musikspielern. Da Apple aber auch viele ältere Geräte mit neuer Software beliefert, sind mit der Zeit auch hier viele unterschiedliche Varianten zusammengekommen, die es Apple erschweren, alle denkbaren Fehler schon vorab auszumerzen. Die Software-Updates werden eigentlich auch vorher an Entwickler herausgegeben, um solche Peinlichkeiten zu vermeiden.

Doch der Fall des missglückten Updates hat wieder einmal gezeigt, dass kaum ein Test die Unwägbarkeiten abdecken kann, die erst bei der massenhaften Anwendung auftauchen. Immerhin: Apple hat zügig reagiert, auch für die noch existierenden Probleme soll es bald eine Lösung geben.

© SZ vom 30.03.2016
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