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Internetzugang:Breitband braucht Förderung

Bei Veranstaltungen wie dem IT-Gipfel wird vom schnellen Internet geschwärmt - doch in ländlichen Gegenden versagt der Markt.

Caspar Dohmen

Eine zukunftsfähige Volkswirtschaft benötigt Datenautobahnen. Darüber sind sich Politik, Wissenschaft und Wirtschaft einig, wie sich beim IT-Gipfel in Stuttgart an diesem Dienstag wieder zeigen wird.

Schnelle Breitbandverbindungen sind kein Gottesgeschenk

(Foto: Foto: iStock)

Geht es jedoch um den Bau von Breitbandnetzen mit Glasfasersträngen, haben andere Länder einen Vorsprung. Dagegen gibt es zwischen Flensburg und Rosenheim noch viele mit DSL-Anschlüssen unversorgte Flecken.

Dies liegt auch an dem Zwist zwischen dem ehemaligen Monopolisten Telekom und seinen Konkurrenten über die Nutzung der Infrastruktur, zum Beispiel der grauen Kästen, die vielerorts am Straßenrand stehen. Sie dienen als Übergabeknoten zwischen der Glasfaser und dem letzten Verbindungsstück in die Haushalte, meist eine alte Kupferleitung.

Nutzungsrechte sind nur eine Seite

Nach dem Machtwort der Regulierungsbehörde dürfen die Konkurrenten nun gegen eine Gebühr die Kästen der Telekom benutzen, ebenso wie Kabelschächte oder ungenutzte Glasfaser. Alles dies hatte die Telekom bislang abgelehnt. Der Regulierer verhindert nun, dass volkswirtschaftlich unsinnige Doppelstrukturen gebaut werden. Außerdem haben die Unternehmen nun mehr Sicherheit für ihre Investitionen. Dies stärkt den Wettbewerb.

Trotzdem werden deswegen nun nicht alle Regionen an das schnelle Netz angeschlossen. Vielerorts rechnet sich das für die Telekommunikationsfirmen auch weiter nicht. Eine angemessene Technik wird im ländlichen Raum nur gebaut, wenn der Staat dies entsprechend fördert. Hier versagt teilweise der Markt.

Wenn Länder und Regionen wie Südkorea oder Skandinavien weiter sind, dann liegt dies daran, dass die Regierungen dies erkannt und mehr Geld für Netze ausgegeben haben.

© SZ vom 08.12.2009
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