Internet-Zugang:Der Routerzwang ist Geschichte

  • Bislang schrieben Anbieter von Breitband-Internetanschlüssen ihren Kunden vor, welche Router sie zur Einwahl ins Netz benutzen müssen.
  • Das neue Gesetz soll den Nutzern mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Router bringen.

Routerzwang wird abgeschafft

Internet-Provider in Deutschland können ihre Kunden nicht länger zwingen, bei der Einwahl ins Netz eine bestimmte Hardware zu verwenden. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend einstimmig die Abschaffung des sogenannten Routerzwangs. Die Anbieter von Breitband-Internetanschlüssen schrieben ihren Kunden bislang vor, welche Router sie zur Einwahl ins Netz benutzen müssen.

Sie definierten die Geräte einfach als Teil ihres Netzes, über das sie verfügen dürfen. Das neue Gesetz definiert nun aber die Anschlussdose an der Wand als "Netzabschlusspunkt" und lässt damit den Kunden die freie Wahl, welchen Router sie benutzen möchten.

Länderkammer kann das Gesetz allenfalls verzögern

Widerstand gegen die Neuregelung regt sich im Bundesrat, weil mehrere Kabelnetzbetreiber wie Unitymedia die Reform ablehnen. Die Länderkammer kann das Gesetz allerdings nicht stoppen, sondern allenfalls verzögern.

Der meiste Internet-Datenverkehr läuft über Router, also meist IP-Telefonie, Wlan und Fernseh-Streaming. Wer einen neuen Vertrag abschließt, zum Beispiel mit der Telekom, Vodafone oder Kabel Deutschland, bekommt den Router mitgeliefert. Routerzwang bedeutet, dass sich Kunden nicht aussuchen können, welches Gerät sie nutzen. Nun stehen ihnen sämtliche Router zur Verfügung.

Routerzwang ist kundenunfreundlich

Verbraucher können ein Interesse daran haben, ihren Router frei auswählen zu dürfen: Dem vom Provider gestellten Gerät können zum Beispiel Netzwerkspeicher-Funktionen fehlen, alternative Anbieter für die Internettelefonie (VoIP) können nicht einprogrammiert werden oder die Wlan-Leistung entspricht nicht den Vorstellungen des Nutzers.

"Für Verbraucher wäre der Wegfall des Routerzwangs sehr positiv", sagte Matthias Kirschner, Präsident der gemeinnützigen Free Software Foundation Europe (FSFE).

Bislang konnten sich Verbraucher immer damit behelfen, den Wunschrouter hinter den Zwangsrouter zu "hängen". Doch das verbrauchte mehr Platz - und Strom. Außerdem konnte es zu technischen Einschränkungen führen.

Während Kunden mit Kabel- oder Glasfaseranschlüssen bisher im Prinzip keine Wahl hatten, erlauben viele DSL-Anbieter das freie Betreiben eines beliebigen Routers übrigens schon lange.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB