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Internet-Persönlichkeiten:Die größten Selbstdarsteller im Netz

Sie melden sich stets zu Wort und sind ständig präsent, auf allen digitalen Kanälen. Von Sascha Lobo bis Perez Hilton: Internet-Promis, denen ein bisschen Offline-Zeit guttun würde. In Bildern.

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Internet-Persönlichkeiten:Sascha Lobo

Sascha Lobo

Quelle: dpa

Sie melden sich stets zu Wort und sind ständig präsent, auf allen digitalen Kanälen. Internet-Promis, denen ein bisschen Offline-Zeit guttun würde.

Sascha Lobo

Der bunteste Haarschopf des deutschen Internets spaltet die Netzgemeinde: Einen begnadeten Selbstvermarkter sehen die einen in ihm, einen Möchtegern-Netztheoretiker und Heißluftproduzenten die anderen. Beinahe 40.000 Nutzer folgen ihm auf Twitter - dass er die Hälfte der Accounts selber angelegt hat, ist natürlich eine haltlose Falschmeldung.

Anmerkung November 2012: Thomas Knüwer kritisiert in einem Blogeintrag diese ironische Darstellung Lobos. Feedback dazu gerne an johannes punkt kuhn(at)sz punkt de oder in diesen GooglePlus-Thread.

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Internet-Persönlichkeiten:Justin Bieber

Justin Bieber

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Seine Fans lieben ihn, Twitter-Nutzer rollen mit den Augen: Seit gefühlten 400 Millionen Jahren gehört der 16-jährige Sänger zu den Trendthemen des Mikrobloggingdienstes. Mit selbstgedrehten YouTube-Videos wurde Bieber zum Teenager-Star, doch neben Millionen von Fans hat er sich inzwischen auch Feinde gemacht, allen voran Mitglieder des für gemeine Späße bekannten Internetforums 4Chan: Diese knackten seine YouTube-Videos und manipulierten Tour-Umfragen, um ihn nach Nordkorea zu schicken. Bieber zeigt sich unbeeindruckt und weiter als Liebling der Fans: Twitter-Botschaften wie "Sind im Tour-Bus und rocken zu Guter-Laune-Musik" gehören noch zu den tiefgründigeren seiner Nachrichten.

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Dooce Dooce.com

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Heather B. Armstrongs Blog Dooce.com erfuhr Berühmtheit, als Blogs noch in den Kinderschuhen steckten: Im Jahr 2002 verlor die heute 34-Jährige ihren Job als Webdesignerin, weil sie in ihrem Internet-Tagebuch gemeine Kommentare über ihren Arbeitgeber veröffentlicht hatte.

Die Kontroverse machte ihre Seite bekannt, auf der sie seitdem über ihre Schwangerschaft, Kindererziehung und andere Alltagssorgen schreibt. Sie erbloggte sich damit eine Fangemeinde und 2009 einen Platz auf der Forbes-Liste der einflussreichsten 30 Frauen im Mediengeschäft. Was einiges über das Mediengeschäft aussagt.

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Internet-Persönlichkeiten:Perez Hilton

Biga Selbstdarsteller

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Perez Hilton ist die größte Klatschbase Hollywoods: Der 32-Jährige versorgt die Berühmtheiten über sein Blog mit Aufmerksamkeit, weshalb aus dem einst pummligen Teenager Mario Lavandeira längst selbst ein Prominenter geworden ist. Seit 2004 existiert perezhilton.com und es ist nicht abzusehen, dass dem Promi-Blogger einmal die Gerüchte ausgehen werden - oder der Wille, sich in den peinlichsten Outfits zu präsentieren.

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Internet-Persönlichkeiten:Tila Tequila

Tila Tequila

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Fast ein Jahrzehnt bewegt sich das unter dem Namen Tila Nguyen geborene Model nun in der virtuellen Welt - und hat dabei ein kleines Medienimperium aufgebaut: Neben einem Promi-Blog betreibt das ehemalige Playboy-"Cybermodel" auch eine Datingplattform, verkauft Fotos von sich und bringt ihre eigene Modekollektion heraus.

Weil all ihren Projekten der Ruf der Mittelmäßigkeit anhaftet, liefert sie sich nebenbei öffentlichkeitswirksame Twitter-Schlammschlachten mit der zweiten Hollywood-Nervensäge Perez Hilton und lässt damit selbst eingefleischte Netizens kurzzeitig überlegen, ob es nicht auch Vorzüge hätte, wenn das Internet niemals erfunden worden wäre.

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Internet-Persönlichkeiten:Rick Astley

Rick Astley

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Zugegeben: Rick Astley kann nichts für seinen Ruhm, er ist Teil eines Internetphänomens. Beim Trick des "Rickrolling" schicken Nutzer einander unter Vorspiegelung falscher Tatsachen per Link auf das Musikvideo von Astleys Song "Never Gonna Give You Up". Für das Rickrolling gibt es inzwischen sogar Video-Tutorien, weshalb zu befürchten ist, dass der inzwischen 44-Jährige noch für Generationen auf den Computermonitoren der Welt tanzen wird.

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Internet-Persönlichkeiten:Jeff Jarvis

Jeff Jarvis

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Es gibt eine Theorie, wonach jeder Mensch mit jedem anderen über eine höchstens sechsgliedrige Kette von Bekanntschaftsbeziehungen verbunden ist. Bei Jeff Jarvis ließe sich die Theorie umformulieren: Nach spätestens sechs Links landen Medienschaffende auf irgendeinem Video, Interview oder einer Twitter-Nachricht des Internetberaters. Jarvis, der Prediger eines neuen Journalismus, produziert rund um die Uhr, ob er vom Erfolg Googles, seiner Krebserkrankung oder dem letzten Saunabesuch schreibt. Dabei macht es inzwischen auch keinen großen Unterschied mehr, was er erzählt - in sechs Klicks treffen wir ihn ja sowieso wieder.

Anmerkung November 2012: Thomas Knüwer kritisiert in einem Blogeintrag diese ironisch gemeinte Darstellung. Feedback dazu gerne an johannes punkt kuhn(at)sz punkt de oder in diesen GooglePlus-Thread.

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Internet-Persönlichkeiten:Violet Blue

Violet Blue

Quelle: iStockphoto

Sie weiß alles über Sex und lässt die Welt an ihrem Wissen teilhaben: Ob per Blog,  Videopodcast, Kolumne oder Hörbuch - die Amerikanerin, deren echter Name nicht bekannt ist, redet auf allen Kanälen über die schönste Sache der Welt. An ihrem Technikblog hat sie offenbar ihr Interesse verloren und beantwortet nun stattdessen auf ihrer Facebook-Seite - Sie ahnen es - Fragen zum Thema Sex.

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Internet-Persönlichkeiten:Niels Ruf

Niels Ruf

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Niels Ruf hat sich sein Image medienübergreifend bewahrt und die spielerische Verwandlung von einer Fernseh-Nervensäge zu einer Internet-Nervensäge vollzogen. Nach einigen TV-Flops will der 37-Jährige nun mit Internet-Videos und Twitter-Botschaften die verlorengegangene Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Immerhin nimmt er sich dabei nicht allzu ernst. Wie heißt es in seiner Kurzbiographie bei Twitter: "I had a show. Then I had a different show. Now I have a Twitter account."

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Internet-Persönlichkeiten:Wir

Wir

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Geben wir es zu: Ob wir schlaue Kommentare auf Twitter posten oder über Facebook der Welt unsere Launen erzählen - es geht uns allen nur ums Ego. Das Netz hat uns längst alle zu Selbstdarstellern gemacht, die um die Aufmerksamkeit von Freunden und Fremden buhlen. Wohl dem, der dabei den Nervensägen-Faktor gering halten kann.

© sueddeutsche.de/Johannes Kuhn/holz
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