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Illegale Musik-Downloads:LimeWire muss Millionensumme zahlen

Weil er seinen Software-Nutzern illegale Downloads ermöglichte, wurde Mark Gorton vor einem Jahr verurteilt. Jetzt muss er für die Entschädigung der Musikverlage tief in die Tasche greifen.

Wer auf die Webseite von LimeWire klickt, findet dort nur noch eine Warnmeldung vor. Darin heißt es, dass die Seite auf Grund einer gerichtlichen Anordnung vom Oktober 2010 geschlossen werden musste. Diese erfolgte im Rahmen eines fünfjährigen Prozesses, der nun in den USA sein außergerichtliches Ende fand.

Limewire Homepage

LimeWire musste Webseite und Software auf gerichtliche Anordnung vom Netz nehmen. Der Gründer muss nun eine Entschädigung in Millionenhöhe an die Musikindustrie zahlen.

(Foto: Screenshot)

LimeWire hatte seit 2000 seine gleichnamige Filesharing-Software angeboten, mit der Nutzer über das sogenannte Peer-to-Peer Netzwerk Dateien austauschen konnten. Schon bald hatte das Programm eine große Nutzergemeinde, die vor allem urheberrechtlich geschützte Lieder und Videos verbreitete. Davor warnte das Programm zwar, unterband es jedoch nicht. 2006 hatte die Software 50 Millionen Nutzer pro Monat und provozierte so die Klage durch die Musikverlage.

Mark Gorton, Gründer von LimeWire und Chef der New Yorker Lime Group, zu der neben verschiedener Software-Unternehmen auch eine Hedgefond-Firma gehört, wurde bereits 2010 vom Gericht für schuldig erklärt. LimeWire hätte das Herunterladen von illegalen Kopien bei den Nutzern gefördert, begründete das Gericht damals seine Entscheidung. Über die Entschädigungssumme wurde aber noch nicht geurteilt.

Im März 2011 schließlich einigte sich Limewire mit etwa 30 Musikverlagen außergerichtlich. Die Details und Höhe der Summe wurden damals nicht veröffentlicht. Unabhängig davon klagten weitere 13 Musiklabels auf Schadenersatz und forderten eine Summe im Milliarden-Dollar-Bereich, was das Gericht aber als absurd zurückwies.

Anfang Mai begann schließlich die gerichtliche Verhandlung, in der auch die Chefs der großen Musiclabes Warner Music Group und Universal Music Group auftraten. Am Donnerstag dann zogen sich die Geschworenen zurück, während die Anwälte vor der Tür fieberhaft an einer außergerichtlichen Einigung arbeiteten, die schließlich auch zustande kam. Die Richterin akzeptierte den Vorschlag.

Die Software lebt weiter

LimeWire muss nun zusätzlich zu der im März ausgehandelten Summe weitere 105 Millionen US-Dollar (etwa 74 Millionen Euro) an Musiklabels zahlen. Beide Seiten zeigten sich erleichtert über das Ergebnis. Weitere Bedingungen der Einigung wurden nicht bekannt gegeben.

Damit ist der Fall nach fünf Jahren endgültig abgeschlossen, auch wenn kleinere Labels, die bisher nicht am Verfahren beteiligt waren, eventuell noch Ansprüche erheben werden.

Die Software LimeWire hingegen ist nicht gänzlich verschwunden. Zwar ist der offizielle Vertriebskanal gerichtlich gestoppt und die zentralen Server sind nicht mehr erreichbar. Fans der Software haben aber den offen zugänglichen Quellcode umgeschrieben, damit das Programm nicht mehr auf die Server angewiesen ist und weiter im P2P-Netzwerk Daten ausgetauscht und verbreitet werden können.