bedeckt München 24°

Ifa 2018:Das 4K-Programmangebot ist bislang dürftig

Doch was ist mit dem Programm? Man erinnere sich: Die Umstellung auf den jetzt gebräuchlichen Standard HD hat sehr lange gedauert. Erst 2010 zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver bequemten sich die öffentlich-rechtlichen Sender dazu, ihn flächendeckend einzuführen - vor allem, weil immer mehr Zuschauer schon neue Geräte hatten, die scharfe Bilder darstellen konnten. Davor hatte es sie nur bei Bezahlsendern gegeben.

Auch heute gibt es 4K-Sendungen wieder bei Bezahlsendern, Sky etwa überträgt Bundesliga-Spitzenbegegnungen in der hohen Auflösung, der Online-Video-Dienst Netflix und einige Konkurrenten bieten ebenfalls viele Filme und Serien bereits in 4K an. Und sonst? Rühmen die Hersteller gerne die Fähigkeiten ihrer Fernsehgeräte, weniger hoch aufgelöstes Material hochzurechnen. Das kann zwar nie so gut sein wie Original-Material in hoher Auflösung, doch die heutigen Fernsehgeräte - im Prinzip sind die ja nichts anderes als spezialisierte Computer mit großem Bildschirm - machen das so gut, dass es in der Tat nicht ganz so verrückt erscheint, sich ein Gerät zu kaufen, für das es noch kaum Programm gibt.

Der Zweikampf zwischen Oled- und LCD-Displays könnte irrelevant werden

Viel ist in den vergangenen Jahren in der Fachwelt über Bildschirm-Techniken geredet worden. Im Wesentlichen haben sich zwei Fraktionen gebildet: Die einen, zu denen etwa LG gehört, Samsungs Konkurrent aus Südkorea, setzen auf Anzeigen mit organischen Leuchtdioden, sogenannte Oleds. Die anderen, angeführt von Samsung, bauen bei Fernsehern auf Flüssigkristall-Bildschirme (LCD) mit LED-Hintergrundbeleuchtung.

Die Fans der Oleds heben dessen tiefes Schwarz hervor, die lebendigen Farben und die schnellen Reaktionszeiten der selbstleuchtenden Anzeigen. Die Flüssigkristall-Fraktion weist auf die viel höhere Leuchtkraft ihrer Bildschirme hin und darauf, dass es bei Oleds zu Einbrenneffekten kommen kann, Senderlogos etwa sind dann ständig zu sehen.

Gut möglich allerdings, dass dieser Zweikampf schon bald weniger relevant wird. Denn die nächste Technik steht schon bereit: Mikro-LEDs. Anstatt organischer Leuchtdioden kommen dabei anorganische zum Einsatz. Jeder Bildpunkt jeder Farbe hat eine eigene Diode. Samsung zeigt auf der Ifa bereits einen Prototypen, genannt "The Wall". Möglicherweise schon kommendes Jahr, mit einiger Sicherheit aber 2020, soll es auch die ersten Geräte für Endverbraucher geben. Das neue Verfahren verspricht eine weiter gesteigerte Brillanz. Da muss nun nur noch das Fernsehprogramm mithalten.

Smartphone Warum es so schwierig ist, ein faires Handy zu bauen

Fairphone und Shift

Warum es so schwierig ist, ein faires Handy zu bauen

Vieles läuft falsch bei der Herstellung von Smartphones. Doch die zwei jungen Unternehmen Fairphone und Shift wollen die Industrie unter Druck setzen. Kann das funktionieren?   Von Moritz Zajonz