Google-Rivale aus China Baidu steckt 1,9 Milliarden Dollar in Apps

Smartphones und Tablets verändern weltweit die Computernutzung. Der chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu investiert nun in mobile Internetanwendungen und kauft einen App-Store - für 1,9 Milliarden Dollar.

Der führende chinesische Suchmaschinenbetreiber Baidu gibt Milliarden aus, um wie der amerikanische Rivale Google mehr Geld mit Smartphones und Tablet-PCs zu verdienen. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, will Baidu für den App-Store-Entwickler 91 Wireless umgerechnet bis zu 1,9 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) ausgeben.

Baidu kündigte am Dienstag den Kauf einer Mehrheit von 57,4 Prozent an 91 Wireless an. Der Preis: 1,09 Milliarden Dollar. Zudem werden den Eigentümern der restlichen Anteile rund 800 Millionen Dollar für ihre Aktien geboten.

Erst im Mai hatte Baidu angekündigt, das Online-Videogeschäft von PPS Net TV für 370 Millionen Dollar zu kaufen. Konkurrent Alibaba kaufte in diesem Jahr Anteile des sozialen Netzes Weibo sowie des Landkarten- und Navigationsspezialisten AutoNavi.

Analyst Xue Yongfeng von Analysys International sagte, Baidu sei im mobilen Internet noch recht schwach. Die Übernahme von 91 Wireless verschaffe dem Unternehmen Zugang zu diesem Bereich. 91 Wireless gehört bisher der Internet-Firma NetDragon Websoft und betreibt in China zwei Plattformen für den Download von Anwendungen für das Google-Betriebssystem Android.

China ist schon heute der weltgrößte Smartphone-Markt der Welt - und wächst weiter. Studien zufolge wird sich der Unmsatz mit Chinas mobilem Internetmarkt von 2012 bis 2014 auf umgerechnet 48 Milliarden Dollar verdoppeln. Die Zahl der aktiven Nutzer soll im selben Zeitraum um knapp 230 Millionen auf 749 Millionen wachsen. Da immer mehr Verbraucher mit Smartphones ins Netz gehen, wird das Geschäft mit mobilen Internetanwendungen immer wichtiger.