Google Pixel 3a Die beste Smartphone-Kamera, die es für 400 Euro gibt

Das Google Pixel 3a hat eine hervorragende Kamera und ist vergleichsweise günstig.

(Foto: AFP)
  • Google bietet mit dem Pixel 3a das beste Gesamtpaket in der Smartphone-Mittelklasse.
  • Vor allem Kamera und Software überzeugen.
  • Konkurrenz kommt aus dem eigenen Haus: Das Pixel 3 gibt es oft reduziert, dann ist das Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichbar.
Von Simon Hurtz

Auf zwei Dinge kann man sich bei Smartphones verlassen: Sie werden immer besser und immer teurer. Als Apple das erste 1000-Euro-iPhone vorstellte, war die Aufregung groß. Heute sind solche Preise für Luxusgeräte normal. Die Falt-Handys von Samsung und Huawei werden das Doppelte kosten (falls sie jemals erscheinen, worauf man bei Samsung derzeit nicht wetten sollte).

Das neue Google Pixel 3a dreht diesen Trend um. Für die normale Version verlangt Google 399 Euro, die XL-Ausgabe mit größerem Bildschirm ist 70 Euro teurer. Damit versucht Google, an die Nexus-Serie anzuknüpfen, die vor fünf Jahren viele Fans sammelte. Um es vorwegzunehmen: Das könnte gelingen.

Die teuren Pixel-Geräte zählen zu den besten Android-Smartphones. Das Pixel 3a kostet etwa halb so viel, bietet aber deutlich mehr als 50 Prozent der Leistung. Vor allem die Kamera sticht heraus. Kein anderes Gerät der Mittelklasse liefert vergleichbare Fotos.

Was Sie für 400 Euro bekommen, worauf Sie verzichten müssen, und für wen sich das Pixel 3a eignet im Überblick.

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Das fehlt im Vergleich zum Pixel 3:

  • Prozessor: Der Snapdragon 670 ist langsamer als der Chip in aktuellen Spitzenmodellen. Im Alltag macht sich das allerdings kaum bemerkbar. Manche Apps starten etwas verzögert, Animationen stocken gelegentlich. Für die meisten Nutzer dürfte die Leistung ausreichen, das Betriebssystem lässt sich flüssig bedienen.
  • Display: Der Bildschirm ist weniger hell und brillant. Dennoch verbaut Google ein Oled-Display, was sonst meist der Oberklasse vorbehalten ist. Die Kontraste sind deshalb hoch, Farben wirken natürlich. Am oberen Bildschirmrand befindet sich statt der Auskerbung ("Notch") für die Kamera ein flächiger schwarzer Streifen.
  • Material: Dem Pixel 3a fehlen der Alu-Rahmen und die Rückseite aus Glas. Stattdessen kommt Kunststoff zum Einsatz. Dennoch liegt sich das Handy gut in der Hand und fühlt sich nicht billig an. Die meisten Menschen werden es ohnehin in einer Hülle verstecken, sodass sich der Unterschied kaum bemerkbar macht.
  • Drahtloses Laden: Das Pixel 3 ist das erste Smartphone der Reihe, das sich drahtlos aufladen lässt. Beim Pixel 3a verzichtet Google auf die Technologie. Immerhin kommt der Power-Delivery-Standard zum Einsatz, der den Akku schnell per USB-C auflädt.
  • Zweite Frontkamera: Der große Bruder besitzt auf der Vorderseite eine Dual-Kamera mit zusätzlichem Weitwinkel-Objektiv. Wer regelmäßig Gruppenselfies macht, auf denen mehrere Menschen Platz finden sollen, wird das bedauern - alle anderen können den Verlust wohl verschmerzen.
  • Zweiter Lautsprecher: Um gelegentlich Videos anzuschauen, reicht der Lautsprecher auf der Unterseite aus. Um Musik in ordentlicher Qualität zu hören oder Partys zu beschallen, eignen sich Smartphones ohnehin nicht. Daran ändert auch der zusätzliche Fronlautsprecher des Pixel 3 wenig.
  • Visual Core: Dem Pixel 3a fehlt der Zusatz-Chip, den Google entwickelt hat, um Fotos zu verarbeiten. Die Berechnung übernimmt der normale Prozessor. Das dauert etwas länger, wirkt sich aber nicht sichtbar auf das fertige Bild aus.
  • Foto-Speicherplatz: Die normalen Pixel-Modelle bieten unbegrenzten Cloud-Speicher für Fotos und Videos in Originalqualität. Beim Pixel 3a zählen die unkomprimierten Aufnahmen gegen das 15-Gigabyte-Limit, das Google für E-Mails, Dokumente und Fotos setzt. Wer mehr will, muss zahlen oder die Qualität reduzieren. Komprimierte Fotos und Videos werden nicht auf das Kontingent angerechnet.

Das ist neu:

  • Bessere Akkulaufzeit: Das Display ist etwas kleiner, und der Prozessor etwas langsamer - das günstige Pixel frisst also weniger Strom. Bei der XL-Version ist zusätzlich ein Akku mit mehr Kapazität verbaut (3700 statt 3430 mAh). Das macht sich bemerkbar: Das Smartphone hält spürbar länger durch als der doppelt so teure große Bruder.
  • Gewicht: Auch hier bringen die Einsparungen einen positiven Nebeneffekt. Kunststoff wiegt weniger als Alu und Glas, das Pixel 3a ist leichter.
  • Kopfhörerbuchse: Am oberen Rand ist ein rundes Loch - ein analoger Klinkenanschluss. Wer noch nicht auf Bluetooth umgestiegen ist, kann seine alten Kopfhörer weiterverwenden. Das ist aber kein Grund, sich Hoffnungen auf eine Renaissance der guten, alten Klinke zu machen: Google passt sich damit nur dem Standard der Mittelklasse-Smartphones und großen Märkten wie Indien an. Luxusgeräte wie das kommende Pixel 4 werden ohne Kopfhörerbuchse kommen.

Das bleibt gleich:

  • Kamera: Die Bildqualität kann annähernd mit dem Pixel 3 mithalten - und damit mit fast allen anderen Smartphone-Kameras. Hersteller wie Apple, Samsung und Huawei verbauen bessere Hardware, doch das macht Google mit seiner Software wett. Nur Zoomen können andere Geräte mit Tele-Objektiv deutlich besser. Insgesamt sind die Fotos für ein 400-Euro-Gerät aber herausragend.
  • Software: Weniger ist mehr. Viele Hersteller von Android-Smartphones verschlimmbessern das Betriebssystem mit zusätzlichen Funktionen oder einem eigenen Design. Google setzt auf ein unverbasteltes Android. Das ist nicht nur schneller und schicker als die meisten angepassten Versionen, sondern auch sicherer und zukunftsfähiger: Pixel-Geräte erhalten alle Updates ohne Verzögerung und für mindestens drei Jahre. Andere Hersteller brauchen dafür oft viele Monate oder stellen den Support frühzeitig ganz ein.

Fazit

Das Pixel 3a ist in fast allen Bereichen ein Kompromiss - aber ein ziemlich guter. Wer nur auf die Hardware schaut, bekommt bei anderen Mittelklasse-Handys mehr fürs Geld. Mit der Spitzen-Kamera und der zuverlässigen Software liefert Google aber das derzeit beste Gesamtpaket.

Allerdings lohnt es sich trotzdem, die Preise gründlich zu vergleichen: Im Google-Store kostet das Pixel 3 zwar 849 Euro, doch der Straßenpreis liegt deutlich darunter. Immer wieder bietet Google 200 Euro Rabatt, andere Händler verkaufen das Handy für weniger als 550 Euro. Das Pixel 3a ist zwar immer noch deutlich günstiger, verliert dann aber beim Preis-Leistungs-Verhältnis.

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