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Games-Test:Warum sollte man trotzdem kritisch sein?

Die Schwäche des Spiels liegt vor allem im erzählerischen Teil. So liebevoll der Anfang des Spiels gestaltet ist, so wenig macht Prey den Spieler neugierig auf den Rest der Geschichte der Talos 1. Weil die meisten Forscher auf der Raumstation tot sind, lässt sich vieles nur aus alten Mails erfahren. Es erfordert viel Geduld, diese durchzulesen. Tut der Spieler es dennoch, weiß er schnell mehr über Morgans Schicksal als die Figur selbst, so wirkt es. Hier stellt sich die Frage, ob das von den Entwicklern so gewollt ist - oder die Handlung zu einfach zu durchblicken.

Woran erinnert "Prey"?

"Half-Life"-Spieler werden die Hommage des Beginns von Prey an den Anfang des Spiels von 1998 erkennen. In dem Spiel muss der Wissenschaftler Gordon Freeman ebenfalls gegen eine Invasion durch Außerirdische kämpfen, die durch ein schiefgelaufenes Experiment auf die Erde gelangt sind. Half-Life war vor knapp zwanzig Jahren einer der ersten Ego-Shooter, in dem es nicht primär ums Ballern ging. Prey setzt auf Mechaniken, die eher aus dem Rollenspiel-Genre stammen. Dass dahinter Absicht steckt, lassen auch Anspielungen auf das Valve-Spiel "Portal" vermuten. Seit vor mehr als zehn Jahren "Half-Life 2" erschienen ist, warten Fans der Serie auf den dritten Titel der Serie, von dem nach wie vor nicht klar ist, ob er jemals erscheint. Bis es so weit ist, können sie sich mit Prey trösten.

Grafisch erkennt man in jedem Fall die Handschrift der Entwickler von Bethesda. Die Charaktere in Prey haben proportional übergroße Ohren, Nasen und Hände - ähnlich wie in den ebenfalls vom Bethesda-Studio Arkane entwickelten "Dishonored"-Spiele.

Screenshots Prey

Morgan - hier in der männlichen Version - erwacht im Jahr 2032 in seinem Appartement. Doch irgendetwas ist anders.

(Foto: Bethesda / PR)

Was passiert, wenn man das Spiel zum ersten Mal startet?

Die Sonne scheint, als Morgan Yu am 15. März 2032 erwacht. Auf dem Balkon vor dem Appartement fallen die ersten Strahlen der Frühlingssonne auf zwei Topfpflanzen. Die Golden Gate Bridge glitzert am Rand der Skyline einer modernen Stadt. Morgans großer Bruder Alex Yu ruft an: Morgan, der Spieler soll zum ersten Test kommen.

In die Tests, die folgen, ist ein Tutorial über die Grundsteuerung von Prey eingebettet. Den geregelten Tagesablauf durchbrechen Aliens, die den Testleiter aus seiner Kaffeetasse heraus angreifen. Morgan wird schwarz vor Augen, bevor sie erneut aufwacht, wieder am 15. März 2032 zu Sonnenschein. Diesmal ist alles anders: Vor dem Apartment liegt eine Leiche.

"Prey" ist seit dem 5. Mai 2017 für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

© SZ.de/sks

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