E3 – Metroid Prime 4

Manchmal dreht die Spielergemeinde schon durch, ohne dass es irgendwas zu sehen gibt. Es reicht, wenn über eine weltraumdüstere Leinwand ein paar Sternenkonstellationen ins Bild fliegen und daraus eine von blau glühendem Feuer umrandete Vier wird. Der bedrohliche Bass aus den Lautsprechern wird allmählich zu einer Tonfolge, die an 8-Bit-Zeiten und eine bekannte Titelmelodie erinnert.

Im Saal der E3, in der Nintendo seine Präsentation abhält, fangen daraufhin die ersten Leute laut an zu jubeln. Sie erkennen die Melodie und haben anderthalb Konsolengenerationen auf dieses Spiel gewartet. Die nächste Erkenntnis: Der offizielle Schriftzug ähnelt auf angenehm vertraute Weise dem 80er-Jahre-Actionbombast aussieht, obwohl diese Spielreihe dafür eigentlich schon immer viel zu klug war. Denn wo sich auf anderen Konsolen die Spieler durch die schlauchförmigen Levels von Call of Duty geballert haben, hat Nintendo clevere Weltraumerkundungsmissionen in das Egoshooter-Genre gebracht.

Ein Experiment, das damals auch kolossal hätte scheitern können. Ist es aber nicht: Die drei vergangenen Spiele zählen gerade wegen ihrer anspruchsvollen Andersartigkeit zu den besten Vertretern ihres Genres. Dass der Jubel um einen ominösen vierten Teil für die Switch groß ist, selbst wenn es darüber noch absolut gar nichts zu erzählen gibt, verwundert vor diesem Hintergrund kaum. Worum es eigentlich geht? Steht doch da, der Schriftzug zeigt es: um Metroid Prime 4.

Das Video, das diesen Jubel ausgelöst hat, sehen Sie hier. Wie es einst gelungen ist, den komplexen 2D-Klassiker Metroid in den 3D-Klassiker Metroid Prime zu verwandeln, analysiert der Youtube-Kanal Turbo Button.

Metroid Prime 4 ist "in Entwicklung" für die Nintendo Switch und hat noch keinen Erscheinungstermin.

Bild: Screenshot: Youtube / Nintendo 15. Juni 2017, 13:082017-06-15 13:08:31 © SZ.de/sih