Wlan, wind- und wetterfest

Auf der Gartenparty wollen sie gerade anfangen, ihre Urlaubsbilder zu zeigen, doch die sind in einer Cloud gespeichert und das Wlan, ja das Wlan lässt die Daten mal wieder nur saumäßig langsam tröpfeln. Kein Wunder, der Router steht auf der anderen Seite des Hauses. Abhilfe für solche Situationen will der Aachener Hersteller Devolo schaffen. Das System dLAN Wifi Outdoor bringt Wlan über ein Stromkabel auch in den Garten.

Wie immer, wenn Daten über die Stromleitung geschickt werden müssen, braucht es dazu zwei Geräte. Eines wird per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden und in eine Steckdose gesteckt, das andere steckt man irgendwo anders im Haus an. Eingerichtet sind die Dinger schnell. Entweder der Router hat eine sogenannte WPS-Funktion, dann werden die Zugangsdaten fürs Wlan automatisch übertragen, oder man muss per Klick auf die IP-Adresse eines dLan-Gerätes deren Nutzeroberfläche im Browser starten und kann dort die Daten eingeben.

Dann kann es schon losgehen mit der Wlan-Party. Als Bruttodurchsatz gibt der Hersteller 500 Mbit pro Sekunde an. Weil da viel Overhead dabei ist und auch die Leitungen die Sache manchmal ausbremsen, kommt das nicht beim Wlan-Sender an, flott ist die Netzanbindung dennoch. Natürlich ist der Sender auch gegen Wind und Wetter geschützt, die Bedienelemente etwa finden sich unter einem abschraubbaren Deckel.

Leider sendet Devolos Outdoor-Wlan nur im Wlan-n-Modus, also auf 2,4 Gigahertz. Diese Frequenz ist besonders in städtischen Gebieten mit vielen Wlans oft problematisch, weil sich die Sender gerne gegenseitig stören. Mit einem Fünf-Gigahertz-Modus wäre diese Gefahren wesentlich geringer gewesen. So hilft es manchmal, den Kanal zu wechseln, wenn ein benachbarter Sender sehr stark einstrahlt.

Abgesehen von diesem Makel tut der Wlan-Sender genau das, was er soll. Wer schon ein Devolo-System hat, sollte checken, ob er wirklich zwei Adapter braucht, eventuell reicht dann nämlich auch der Wlan-Sender alleine. Als Faustregel gilt: Wer ein älteres Devolo-Powerlinegerät nutzt, hat gute Chancen, dass die Sache so funktioniert. Einige neuere Geräte nutzen einen neuen Übertragungsstandard und sind nicht miteinander kompatibel. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Für das Paar mit Adapter und Sender verlangt Devolo satte 170 Euro, dafür ist die Sache aber auch recht einfach einzurichten. Von Helmut Martin-Jung

Bild: oh 22. August 2019, 15:372019-08-22 15:37:50 © SZ.de/mxm/mri