Luxus-Kopfhörer mit individuellem Klangprofil

Sie können es halt, die Leute bei Beyerdynamic. Zwar hat es ziemlich gedauert, bis die Audio-Spezialisten aus Heilbronn einen Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) gebaut haben. Der Lagoon aber, so viel sei vorausgeschickt, ist seine schon recht ambitionierten 399 Euro wert.

Beyerdynamic hat ja ein Standbein in der Studiotechnik, Kopfhörer und Mikrofone aus Heilbronn sind weltweit im Einsatz. Im Consumerbereich hatte es die mittelständische Firma bisher aber nicht allzu weit gebracht. Die Kopfhörer waren zwar klangtechnisch Spitzenklasse, aber einfach nicht cool. Außerdem brauchte Beyerdynamic lange, um auf Trends wie Bluetooth oder ANC zu reagieren.

Der Lagoon ist das erste Gerät, das voll und ganz unter dem neuen Firmenchef Edgar van Velzen entwickelt wurde. Van Velzen versucht, das Unternehmen in die Moderne zu bringen. Der Kopfhörer überzeugt nicht nur durch seinen vollen, warmen und detailreichen Klang, er sieht auch gut aus. Und er bietet einige technische Finessen. Die wichtigste: Mittels einer Smartphone-App lässt sich der Hörer an das individuelle Hörvermögen seines Besitzers anpassen. Dazu werden Töne abgespielt, man muss pro Ton so lange aufs Smartphone drücken, bis man nichts mehr hört. Nach ein paar Minuten wird das Hörprofil auf die Kopfhörer übertragen - eine feine Sache.

Nicht nur hübsch, sondern auch hilfreich ist die LED-Beleuchtung im Inneren der Hörmuscheln. Das Licht zeigt zum Beispiel an, wie weit der Ladevorgang ist. Geladen wird übrigens zeitgemäß über einen USB-C-Anschluss. Die Verbindung über Bluetooth mit dem Smartphone geht problemlos vonstatten. Wie einige Modelle der Konkurrenz lässt sich auch der Lagoon über eine Sensorfläche an der rechten Hörermuschel steuern, etwa um zu pausieren oder vor- und zurückzuspulen.

Die Geräuschunterdrückung (ANC) lässt sich in zwei Stufen schalten. Die zweite ist gedacht für sehr laute Umgebungen, etwa im Flugzeug. Die Wirksamkeit liegt auf dem Niveau von Sonys ANC-Flaggschiff WH-1000XM3 oder Boses QC35. Falls der Saft mal ausgehen sollte, lässt sich der Lagoon auch mit einem Kabel betreiben - falls das Handy noch einen solchen Kopfhörerausgang hat. Der Kopfhörer kommt in einer stabilen Transportbox. Weil man den Lagoon zusammenfalten kann, nimmt die nicht allzu viel Platz im Reisegepäck weg. Von Helmut Martin-Jung

Bild: OH 21. Mai 2019, 16:572019-05-21 16:57:01 © SZ.de/mxm/mri