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Braucht man das?:Perlenohrring mit Sound

Nova H1 Kopfhörer Ohrring

Der Audio-Ohrring Nova H1.

(Foto: oh)

Wenn Tech auf Schmuck trifft: Der Nova H1 sieht aus wie ein Perlenohrring, klemmt am Ohrläppchen und leitet den Klang direkt in die Gehörmuschel.

Von Mirjam Hauck

Bei Kopfhörern gibt es im Grunde zwei Lager: Die einen bevorzugen große, meist schwarze Over-Ears, die die Trägerinnen und Träger wie Schwestern und Brüder von Micky Mouse aussehen lassen. Die anderen quetschen sich kleine weiße Knubbel mit Stäbchen in die Ohren. Sie sollen maximale Hippness beweisen, vor allem dann, wenn es Airpods von Apple sind.

Einen ganz anderen Weg geht nun das Münchner Start-up Nova Products. Deren Gründerin Judith Gampe befand die auf dem Markt erhältlichen Ohrhörer und Headsets allesamt für hässlich, es müsste doch besser und vor allem schöner gehen. Nach einem Jahr Entwicklung gibt es nun die ersten Ergebnisse, die aus diesen Überlegungen folgen.

Die Nova-H1-Audio-Ohrringe sehen aus wie ganz normale Perlenohrringe, sie werden am Ohrläppchen getragen, entweder als Clip oder mit Steg als Ohrstecker. Aber sie sind eben nicht nur Schmuck. Die neun Millimeter große weiße Zuchtperle hat zwei kleine Löcher, darin verstecken sich zwei Mikrofone samt Technik, die einen Handyanruf oder die Lieder auf der Spotify-Playliste direkt in den Ohrkanal senden sollen. Die Batterie ist im hinteren Teil des Ohrrings verbaut, sie hält bei Dauernutzung etwa drei Stunden.

Tatsächlich funktionierte die Klangübertragung eines Prototypen vor allem bei Anrufen gut - Sprache und Sound kamen im Ohr an, wer daneben stand, konnte nicht mithören. Musik klang indes etwas blechern und nicht besonders satt. Doch wer auf wummernde Bässe steht, kann womöglich ohnehin nichts mit dem gediegenen Look der Tech-Perlenohrringe anfangen.

Gedacht sind sie vor allem für - so sagt es das Unternehmen - die "Working Moms", also Frauen, die neben Home-Office noch Home-Schooling und die Hausarbeit wuppen, sprich: gleichzeitig arbeiten, Anrufe entgegennehmen und Kinder beaufsichtigen.

Die Audio-Ohrringe gibt es in Silber oder vergoldetem Silber. Finanziert werden sie wie bei jedem guten Start-up über eine Crowdfunding-Kampagne. Das Funding-Ziel hatten die Tech-Perlen schnell erreicht, trotz des vergleichsweise hohen Preises von derzeit rund 360 Euro für die goldene und 33o Euro für die silberne Variante.

© SZ
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