Fritzbox im Test:Router für die schnelle Verbindung

Der DSL-Router Fritzbox 7390 kann viel, aber: Wer alle Features vom heimischen Rechner aus nutzen will, muss tief in die Tasche greifen.

Ben Schwan

Das Berliner Unternehmen AVM hat in der Onlinebranche einen guten Ruf. Schon seit 1986 stellt es Telekommunikationstechnik her, erst für das dereinst hochmoderne digitale Telefonnetz ISDN, später für das anfangs lahme und heute sehr schnelle Internet. Viele Nutzer wissen gar nicht, dass ein DSL-Router der 425-Mitarbeiter-Firma an ihrem Breitbandanschluss werkelt: Die Kästchen der Marke Fritzbox werden seit Jahren von diversen Providern verteilt.

DSL-Router sorgen dafür, dass das übers Telefonnetz angelieferte Internet auch für die heimische Rechnerlandschaft in verständliche Signale umgesetzt wird. Außerdem bringen sie oft Wlan-Technik samt Antenne mit, über die dann zu Hause kabellos gesurft werden kann. So weit, so langweilig - auf Anhieb hört es sich eher nicht danach an, als ob man sich unbedingt ein Wochenende lang damit beschäftigen wollte.

Dabei kann das durchaus lohnenswert sein, zumindest wenn man sich mit dem aktuellen Goldstandard beschäftigt, der - wieder eher langweilig - Fritzbox 7390 getauft wurde. Das Topmodell, das, wenn man AVM glauben will, "alles kann", hat allerdings einen stolzen Preis: 216,90 Euro werden bei Online-Händlern wie Amazon.de oder Cyberport fällig - und das ist für ein Gerät, das es in kleinerer Ausstattung sonst vom Provider umsonst gibt, erstaunlich. Und das war es noch nicht. Denn will man noch drahtlose DECT-Telefone haben, die die Fritzbox wirklich ausnutzen, werden nochmals zwischen 42 Euro (schwarz-weiße Anzeige) und 63 Euro (farbiges Display) fällig. Macht also in der sinnvollen farbigen Zweier-Telefon-Ausstattung mit Fritzfon MT-F für eine Familie mehr als 340 Euro.

Dafür hat man von dieser Ausrüstung aber auch etwas. So beherrscht 7390 alle Internet-DSL-Standards bis hoch zu VDSL; macht also bis zu 50 Megabit pro Sekunde, bei regulärem DSL sind es maximal 16 Megabit. In Sachen Wlan geht es auch kaum schneller, denn: Dank fünf Gigahertz-Unterstützung und dem Funkstandard 802.11n stehen bis zu 300 Megabit pro Sekunde zur Verfügung - abzüglich dem Overhead für die Steuerdaten. Allerdings muss man dazu auch eine passende Gegenstelle am Rechner besitzen. Beim Mac ist das vergleichsweise einfach, manchen PC aber muss man mit einem USB-Stick nachrüsten. Den bietet AVM ebenfalls an - für 50 Euro. Der Zwischenstand damit: fast 400 Euro.

In dieser Konfiguration muss dann zunächst einmal alles eingestellt werden. Dabei hilft eine Web-Oberfläche, die den Nutzer durch diverse Assistenten führt. Darüber lässt sich dann nicht nur der DSL-Anschluss an den Router anpassen, sondern auch der Internet-Telefonie-Anbieter. Hat man noch keinen - und günstiger telefonieren geht kaum -, lässt sich auch ein anderer als der eigentliche Internetprovider einstellen. Beispielsweise Sipgate: Dort gibt es für monatlich 16,90 Euro eine Flatrate ins deutsche Festnetz und zahlreiche europäische Länder.

Anschließend werden die Telefone eingerichtet, was ebenfalls dank Assistenten wenig Mühe kostet. Die Fritz-Geräte waren allerdings kurz nach dem Verkaufsstart zunächst nur bedingt einsatzbereit: So warb AVM auf der Verpackung bereits mit bunten Bildern des Anrufers auf dem Display, während die Software diese Funktion erst später nachreichte. Mittlerweile aber sind die Geräte rundum nutzbar: Das Hintergrundfoto darf zum Beispiel der Haushund sein und ruft Tante Erna an, erscheint automatisch ihr Bild.

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