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Fotodienst für Twitter-Nutzer:Twitpic macht als Zombie weiter

  • Twitter übernimmt die Foto-Plattform Twitpic. Hintergrund ist ein Namensstreit.
  • Der Dienst bleibt allerdings nur als Archiv erhalten, neue Fotos können nicht hochgeladen werden.
  • Twitpic war vor allem in der Anfangszeit von Twitter von großer Bedeutung.

Twitter übernimmt Foto-Plattform Twitpic

Fotos, die auf der Bilder-Plattform Twitpic gespeichert sind, können auch weiterhin online betrachtet werden. Das gab der Dienst jetzt in einem Blogeintrag bekannt. Allerdings wird Twitpic nicht wie bislang unabhängig von Twitter betrieben, sondern von Twitter selbst. "Ich bin froh, dass wir eine Vereinbarung mit Twitter getroffen haben, so dass sie die Twitpic-Domain und das Foto-Archiv übernehmen und damit die Fotos und Links einstweilen am Leben halten können", schreibt Twitpic-Gründer Noah Everett. Es werde aber nicht mehr möglich sein, neue Fotos über Twitpic zu veröffentlichten. Der Dienst besteht also nur als Archiv weiter. Finanzielle Details der Übernahme wurden nicht bekannt.

Twitter ging gegen Twitpic vor

Twitpic hatte nach einem Namensstreit mit Twitter angekündigt, den Dienst einzustellen. Der Kurznachrichtendienst habe gefordert, dass Twitpic einen Antrag auf den Schutz seines Markennamens zurückziehe, hatte Twitpic-Gründer Everett im September geschrieben. Twitter habe gedroht, dem Dienst den Zugang zu seinen Servern zu kappen. Dies hätte das Aus für Twitpic bedeutet, da sich die Nutzer dort mit ihrem Twitter-Account einloggen. Auf einen Rechtsstreit mit der milliardenschweren Firma wollte es der Unternehmer offenbar nicht ankommen lassen. ​Zwischenzeitlich hatte Everett die Hoffnung geäußert, Twitpic über den Verkauf an einen Investor am Leben zu erhalten, der Deal platzte aber.

Twitpic ist bei frühen Twitter-Nutzern bekannt

Die angekündigte Schließung des Dienstes hatte unter Twitter-Nutzern für Aufsehen gesorgt. Twitpic war in den Anfangszeiten von Twitter eine der wenigen Möglichkeiten, Fotos über den 140-Zeichen-Dienst zu veröffentlichen. Deshalb sind dort mutmaßlich Millionen Fotos gespeichert, die im Fall der Schließung nicht mehr öffentlich zugänglich gewesen wären. Daraufhin hatte eine Gruppe von Internet-Archivaren begonnen, ein Backup der Fotos für die Nachwelt zu erstellen. Das widerrum wurde aber nach wenigen Tagen von Twitpic unterbunden. Die Bedeutung von Twitpic für die Twitter-Community ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken.Inzwischen gibt es viele Anbieter. Seit drei Jahren können Fotos auch direkt bei Twitter hochgeladen werden. Nutzer von Twitpic können sich weiter über die Website anmelden, um ihr Profil zu löschen oder Bilder herunterzuladen.

© SZ.de/dpa/pauk/luk
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