bedeckt München 12°

Spieleentwickler vs. Tech-Konzerne:Fortnite rebelliert gegen Apple und Google

A scene from the 'Nineteen Eighty-Fortnite' short released by popular video game 'Fortnite' maker Epic Games

Epic Games stellte am Donnerstagabend auch noch ein Video mit dem Titel "Nineteen Eighty-Fortnite" und dem Hashtag #FreeFortnite online.

(Foto: EPIC GAMES/via REUTERS)

Die Entwickler des Spiels beschweren sich über die Macht, die die großen Tech-Konzerne mit ihren App-Stores haben. Nach einem provokanten Video eskaliert jetzt der Streit.

Wer als Entwickler seine App auf die Smartphones dieser Welt bringen will, der kommt an Apple und Google kaum vorbei. Die beiden US-Konzerne dominieren mit ihren App-Stores den Markt, und wer sein Programm darüber anbieten will, muss nach ihren Regeln spielen. Das wollen die Entwickler des Spiels "Fortnite" nicht länger akzeptieren.

Es geht bei dem Streit nicht nur um symbolische Freiheiten, sondern auch um eine Menge Geld. Denn Apple und auch Google fordern einen Anteil an den Umsätzen, die Entwickler mit ihren Apps machen: Bei Apple sind es 30 Prozent, die der Konzern bei In-App-Käufen einbehält. App-Anbieter dürfen auch nicht auf alternative Bezahlmöglichkeiten außerhalb der App hinweisen; eine Praxis, die schon länger kritisiert wird. Der Musikstreaming-Marktführer Spotify hatte im März 2019 Beschwerde dagegen bei der EU-Kommission eingereicht.

Epic Games, die Firma hinter Fortnite, verdient bei diesem Spiel hauptsächlich Geld mit Käufen, die Spieler in der App tätigen. In dieser Woche wies das Unternehmen seine Nutzer darauf hin, dass sie ihre Einkäufe außerhalb der App günstiger kriegen - eben ohne den Anteil, den Apple oder Google einbehalten. Das sahen die beiden Tech-Konzerne gar nicht gern und schmissen die Fortnite-App aus ihren Stores. Sie können also nicht mehr heruntergeladen oder aktualisiert werden. Epic Games war darauf aber offenbar vorbereitet und verkündete, vor einem US-Gericht gegen Apple und Google zu klagen. Die entsprechenden Unterlagen veröffentlichte das Unternehmen auf seiner Internetseite.

Das reichte den Entwicklern aber offenbar nicht: Epic Games stellte am Donnerstagabend auch noch ein Video mit dem Titel "Nineteen Eighty-Fortnite" und dem Hashtag #FreeFortnite online. Es ist voller Anspielungen auf die totalitäre Dystopie "1984" von George Orwell - und eine animierte Kopie einer historischen Apple-Werbung. Im Original war es der damals noch junge Apple-Konzern, der seinen ersten Macintosh-Computer bewarb. In dem Spot zertrümmert Apple, repräsentiert durch eine junge Frau, symbolisch die Macht des Systems mit einem Hammer. Im Fortnite-Video ist Apple nun der böse Machthaber, den der regenbogenfarbene Einhorn-Hammer der Spieleentwickler trifft.

Apple und Google argumentieren mit der Sicherheit

Die Botschaft des Videos: Fortnite hat es gewagt, die App-Store-Monopole infrage zu stellen. Jetzt schlägt das System zurück. Mit dem Hashtag #FreeFortnite fordert Epic Games die Spielerinnen und Spieler auf, die Kampagne zu unterstützen. Das könnte für Apple und Google durchaus ungemütlich werden. Denn der Shooter Fortnite ist eines der erfolgreichsten Spiele der Welt, mehr als 350 Millionen Menschen weltweit sollen es nach Unternehmensangaben schon gespielt haben.

Apple und Google argumentieren in Statements, die verschiedene US-Medien zitieren, dass es bei dem Verbot externer Bezahlmöglichkeiten vor allem um die Sicherheit der Nutzer gehe. Die Regeln sollen demnach verhindern, dass App-Anbieter ihre Nutzer auf dubiose externe Shops locken. Diese Vorschriften würden für alle Anbieter gleichermaßen gelten, und wer wie Fortnite dagegen verstoße, dessen App werde eben aus den Stores entfernt.

© SZ/vd/mxm
unreal engine games

Playstation 5 und Xbox Series X
:Außer Grafik nichts zu sehen 

Mit Playstation 5 und Xbox Series X soll eine neue Konsolen-Ära anbrechen. Die Verbesserungen dürften sich aber aufs Visuelle beschränken.

Von Matthias Kreienbrink

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite