Firmengeheimnisse:Chinesischer Professor wegen Verdachts auf Industriespionage festgenommen

  • In den USA sind sechs chinesische Staatsbürger wegen Diebstahls von Firmengeheimnissen angeklagt.
  • Sie sollen gestohlene Filter-Technik in China weiterverkauft haben.
  • Erst vergangenes Jahr hatte die US-Regierung China Industriespionage vorgeworfen. Damals führte das zu tiefen diplomatischen Verwerfungen.

Anklage: Chinesen spionierten zwei US-Unternehmen aus

Eine von der zuständigen Bundesstaatsanwaltschaft im kalifornischen San Jose einberufene Grand Jury hat sechs chinesische Staatsbürger, unter ihnen zwei Professoren, der Industriespionage und das Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angeklagt. Laut Anklage entwendeten die Täter Designs, technische Daten, Code und weitere vertrauliche Dokumente von den amerikanischen Firmen Avago Technologies und Skyworks Solutions.

Wie die Täter vorgegangen sein sollen

Die Gruppe von Chinesen gründeten Berichten zufolge ein gemeinsames Unternehmen mit der Tianjin-Universität in China, um einen Radiofrequenz-Filter für Handys und andere drahtlose Geräte zu produzieren. Die dafür benötigte sogenannte Technologie soll von Avago Technologies entwickelt worden sein. Die Täter verkauften die Technik der US-Regierung zufolge an das chinesische Militär und gewerbliche Abnehmer.

Wie weit die Ermittler bei ihrer Arbeit sind

Einer der Verdächtigen konnte bereits festgenommen werden: Hao Zhang ist Professor an der Tianjin-Universität und hatte für Skyworks Solutions gearbeitet. Der 36-Jährige wurde am 16. Mai am Flughafen von Los Angeles gefasst. Er war als Redner auf dem Weg zu einer Konferenz gewesen. Die restlichen fünf Verdächtigen werden in China vermutet.

"Die Angeklagten nutzten ihren Zugang zu und ihre Kenntnisse über sensible Technologien der USA, um illegal Geschäftsgeheimnisse weiterzugeben", erklärte John Carlin vom Justizministerium (United States Department of Justice National Security Division). "Industriespionage fügt amerikanischen Unternehmen erhebliche Schäden zu, sie schwächt die globale Wirtschaft und beeinträchtig weltweit amerikanische Belange."

Bereits im Mai 2014 hatte ein US-Gericht fünf Mitglieder des chinesischen Militärs angeklagt. Der Vorwurf: Sie hätten Daten von US-Unternehmen gestohlen - aus der Metall-, Solarenergie- und der Atomenergiebranche.

© SZ.de/fran/hatr
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