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"Find my face":Zufriedener Datenschützer

Der zuständige Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar bewertete die Versprechungen von Google positiv. So sei vorgesehen, dass eine Erfassung biometrischer Daten nicht ohne Zustimmung der Nutzer erfolge. Seine Behörde müsse die Aussagen noch überprüfen.

"Die Ankündigungen legen aber durchaus den Schluss nahe, dass Google, anders als Facebook, offenbar erkannt hat, dass eine erfolgreiche Einführung von Diensten mit neuen Technologien gerade auch die Belange des Datenschutzes berücksichtigen sollte", erklärte der Jurist.

Caspar wirft Facebook vor, die Gesichtserkennung in Europa eingeführt zu haben, ohne die Nutzer zu informieren und eine "unmissverständliche Einwilligung" einzuholen. Er will über eine Ordnungsverfügung dafür sorgen, dass das Unternehmen seine Einstellungen ändert. Caspar ist sowohl für Google als auch für Facebook zuständig, weil beide Unternehmen in Hamburg ihren Deutschland-Sitz haben. Google hat auch den Datenschutzbeauftragten von Irland informiert - dort ist der Europasitz.

Google hatte seine Plattform Google+ nach einem geschlossenen Test erst im Sommer 2011 freigeschaltet. Im Oktober waren sechs Prozent aller deutschen Internetnutzer dort registriert, wie eine Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom ergab. Facebook, das schon 2006 für alle Internetnutzer freigeschaltet wurde, nutzt bereits jeder zweite Bundesbürger, der sich im Netz bewegte.