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Facebook und Medien über Flüchtlinge:Auch bei der SZ überwiegt die positive Berichterstattung über Flüchtlinge

Während das Interesse am Flüchtlingsthema zunahm, veränderte sich der Tonfall der Medienberichte. Zwischen Juni und August waren 38 von 42 Artikeln über Flüchtlinge positiv konnotiert, das entspricht einem Anteil von mehr als 90 Prozent. Im September drehte sich die Stimmung; erstmals überstiegen ablehnende die wohlwollenden Berichte. Besonders extrem auch hier der Januar: 51 negative Artikel mit mehr als zwei Millionen Facebook-Interaktionen stehen 13 positiven Texten und 558 000 Likes, Shares und Kommentaren gegenüber.

Focus Online als Medium der Flüchtlingsgegner

Betrachtet man die Medien, die in den jeweiligen Top 100 mit Berichten über Flüchtlinge auftauchen, fällt eine starke Polarisierung auf. Alle Blogs und Nachrichtenportale sind entweder vorrangig mit positiven oder mit negativen Artikeln vertreten. Jeweils 14 positive Berichte kommen von Spiegel Online (zusätzlich fünf negative), Huffington Post (vier negative) und dem Satireportal Der Postillon (null negative), auch bei Zeit Online, Stern und Süddeutscher Zeitung überwiegen die Texte, die Flüchtlingen wohlgesonnen sind. Nur beim Tagesspiegel ist das Verhältnis ausgewogen, wenn auch bei einer geringen Fallzahl (zweimal positiv, zweimal negativ).

Legt man die Zahl der Facebook-Interaktionen zugrunde, ist Focus Online das mit Abstand erfolgreichste deutsche Nachrichtenportal. 97 Berichte zählten zwischen Juni und Februar zu den monatlichen Top 100. Davon beschäftigen sich 50 mit dem Thema Flüchtlinge - und 48 haben einen negativen Tonfall. Mit großem Abstand folgen die von vielen als alarmistisch wahrgenommenen Deutschen Wirtschafts Nachrichten (14 negative Artikel), die Welt (13 negative, zwei positive Artikel) und die rechtskonservative bis rechtsextreme Junge Freiheit (zehn negative Artikel).

Anmerkung in eigener Sache: Die Süddeutsche Zeitung nutzt Storyclash als Analyse-Tool. Die Zusammenarbeit hat keinen Einfluss auf diese Auswertung. Storyclash hat von der Süddeutschen Zeitung keine Gegenleistung für die zur Verfügung gestellten Daten bekommen.

© SZ.de/mri/rus

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