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Datenleck bei Facebook:Wachstum zählt mehr als Schutz der Mitglieder

February 24, 2020, GloRia De Dourados, Mato Grosso do Sul, Brazil: In this photo illustration the profile of Facebook f

"Die Welt näher zusammenbringen", steht auf Mark Zuckerbergs Profil - auch seine persönlichen Daten wurden der Welt näher gebracht.

(Foto: Rafael Henrique via www.imago-images.de/imago images/ZUMA Press)

Ein Datensatz mit persönlichen Details einer halben Milliarde Facebook-Nutzer taucht im Netz auf, selbst der Facebook-Chef steht drin. Das hilft den dubiosesten Akteuren des Internets.

Kommentar von Jannis Brühl

Wer Mark Zuckerberg schon immer eine SMS schreiben wollte, kann das nun tun. In dem Datensatz über 500 Millionen Facebook-Nutzer, der im Netz aufgetaucht ist, findet sich der Eintrag "Nutzernummer 4": "Mark Zuckerberg: männlich: Palo Alto, Kalifornien." Dazu Telefonnummer und Beziehungsstatus des Facebook-Chefs. Die Liste ist so umfassend, dass auch die ersten Mitglieder des Netzwerks, darunter Eigentümer und frühe Mitarbeiter, ihre Daten offen im Netz wiederfinden. Ja, so fühlt sich das also an, Mister Zuckerberg!

Der Datensatz ist das größte Telefonbuch der Welt - zusammengestellt samt persönlichen Details, gegen den Willen der Eingetragenen. Erneut wird klar: Wachstum zählt für Facebook mehr als der Schutz der Mitglieder. So hält der Konzern die unangenehmen Seiten des Internets am Laufen. Cyberkriminelle, Trolle und andere Nervensägen freuen sich über frische persönliche Daten, die sie für Identitätsdiebstahl, Betrug und Werbemüll nutzen können.

Ja, Facebook hat das Leck 2019 geschlossen. Doch der Fall erinnert daran, dass das Netz nicht vergisst, Spammer und Kriminelle erst recht nicht. Sie haben nun ein bequemes Verzeichnis mehr, mit dem sie Menschen belästigen können. Bedanken können sie sich bei dem Konzern, der ihnen diese Informationen frei Haus liefert.

© SZ/ick
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Sicherheitslücke
:Daten von 533 Millionen Facebook-Nutzern geleakt

Unter den veröffentlichten Informationen sollen sich Namen, Wohnort, Mail-Adressen und Biografisches finden. So können Nutzer prüfen, ob sie betroffen sind.

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