Die EU Kommission wittert einen Mob ...

Am Valentinstag veröffentlichte die EU-Kommission auf der Blogging-Plattform Medium einen Beitrag über die Urheberrechtsreform, den sie im Nachhinein wohl lieber unter Verschluss gehalten hätte. Bereits die Überschrift bezeichnete Reformgegner als "Mob" (1), der aufgefordert worden sei, "den Drachen zu retten und den Ritter zu töten". Im Text wurde die Gegenbewegung in eine Reihe mit den Unterstützern des Brexit-Votums gestellt. Beide seien durch "simple Slogans - egal wie unwahr oder unerfüllbar" beeinflusst worden (2). Die Kommission suggerierte, dass der Widerstand maßgeblich von großen Tech-Konzernen wie Google und Facebook gesteuert worden sei.

Tatsächlich ist das Lager der Kritiker divers: Die Ablehnung eint Datenschützer und Youtuber, große Unternehmen und kleine Start-ups, Bürgerrechtler und IT-Verbände, Piraten- und CSU-Politikerinnen. Auch Abgeordnete des EU-Parlaments wollten die Vorwürfe nicht hinnehmen. "Die Kommission nennt junge Europäer, die demonstrieren, Mob", schrieb SPD-Politiker Tiemo Wölken. "Andere Politiker bezeichnen sie als Bots. Geht's noch?" Sie sei "zutiefst beleidigt", twitterte Julia Reda von den Piraten.

Bild: Screenshot Medium.com 18. Februar 2019, 18:542019-02-18 18:54:05 © SZ.de/rus