EU-UrheberrechtDiese Reform macht alle verrückt

Die EU-Kommission verunglimpft Gegner als "Mob", ein CDU-Politiker wird zum Mem, und Tausende junge Menschen gehen auf die Straße. Ein Blick auf die Positionen.

Von Simon Hurtz

EU-Urheberrechtsreform

Bienen, Klimawandel und die EU-Urheberrechtsreform haben eines gemeinsam: Sie politisieren eine Menge Menschen. In Bayern unterschreiben 1,7 Millionen Bürger ein Volksbegehren, in Deutschland gehen jeden Freitag Schüler auf die Straße, und im Netz formiert sich der Widerstand gegen die Pläne der EU, die Urheberrechtsrichtlinie zu überarbeiten.

Vergangene Woche haben sich Vertreter der drei EU-Institutionen Rat, Kommission und Parlament auf einen Kompromiss geeinigt. Manche loben die Reform und sehen darin eine Chance für Kulturschaffende, angemessen für ihre Arbeit entlohnt zu werden. Andere halten die Pläne der EU für eine Gefahr für das freie Netz. Insbesondere Artikel 13, der zu sogenannten Upload-Filter führen könnte, ist umstritten.

Klar ist: Selten hat eine EU-Richtlinie derart heftige Emotionen ausgelöst. Die Gegner greifen die verantwortlichen Politiker persönlich und teils unter der Gürtellinie an. Die Befürworter reagieren mit pauschalen Unterstellungen. Auch die EU-Kommission selbst lässt sich von der Aufregung anstecken und schießt dabei weit über das Ziel hinaus.

Bild: picture alliance / Elyxandro Ceg 18. Februar 2019, 18:542019-02-18 18:54:05 © SZ.de/rus