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Erste Spielszenen aus GTA 5:Knarren, Golf und schnelle Autos

Was fehlt im Leben? Maximale Handlungsfreiheit. Die bietet dem Spieler der fünfte Teil der "Grand Theft Auto"-Reihe. Er darf jetzt sogar zwischen mehreren Figuren hin und her wechseln. Ein erstes Video mit Spielszenen zeigt, wie die Macher ihr bekanntes Konzept weiterentwickeln wollen.

Das fing alles einmal so einfach an: Die Spielfigur war nur wenige Pixel groß, bewegte sich in der Vogelperspektive eher durch einen Stadtplan, als durch eine Stadt. Es gab zwei Dutzend verschiedene Fahrzeuge, vom Fahrrad über den Klein- zum Sportwagen samt schmissigen Rennstreifen. Die immer gleichen Aufträge für Missionen kamen per Textnachricht. Und wem es gelang, eine ganze Gruppe orange gekleideter Hare-Krishna-Mönche auf einmal zu überfahren, bekam Bonuspunkte. Das war 1997. Das Spiel hieß "Grand Theft Auto". Oder kurz: GTA.

Vieles hat sich seitdem verändert. Aus der kurzweiligen Albernheit ist mittlerweile eine der bekanntesten Videospielreihen der Welt geworden. Der Spieler steuert aufsteigende Kleinkriminelle durch eine fiktive Großstadt, in diesem Fall das Los Angeles nachempfundene Los Santos. Bald, im September 2013, soll "Grand Theft Auto 5" für die Playstation 3 und die Xbox360 erscheinen. Es ist das mittlerweile elfte GTA-Spiel, wenn man alle Spin-Offs mitzählt. Das Entwicklerstudio Rockstar hat jetzt ein erstes Video mit Spielszenen veröffentlicht - und zeigt, warum auch diese Fortsetzung gute Chancen hat, einer der erfolgreichsten Titel des Jahres zu werden.

Die Figur verdient sich Geld mit kleineren Verbrechen und Aufträgen und vertreibt sich die Zeit in allerlei Nebenmissionen und Freizeitaktivitäten. In Teil vier waren das noch Dart, Billiard und Bowling, im Video zu Teil fünf sehen wir einen der Protagonisten beim Tennisspielen oder mit dem Golfschläger - Rockstar hat einen vollständigen Neun-Loch-Golfplatz in Los Santos angelegt.

Zappen zwischen mehreren Spielfiguren

Die wichtigste Neuerung bei GTA 5 dürfte aber sein, dass der Spieler erstmals nicht mehr nur eine Figur steuert. Michael, Franklin und Trevor heißen die drei Kleinganoven, die mit ihren kriminellen Aktivitäten den American Dream verwirklichen wollen. Der Spieler soll jederzeit zwischen den Dreien wechseln können. Die Kamera fährt dann in die Höhe, wechselt in eine Satellitenperspektive, und zoomt zurück in die Stadt, an die jetzt angewählte Spielfigur heran - die man, so verspricht Rockstar, oft in unerwarteten Situationen sehen wird.

Grand Theft Auto GTA 5

Franklin kommt durchs Fenster - und Trevor steuert den Hubschrauber, von dem er sich abseilt.

(Foto: Screenshot: Rockstar / Take2)

Doch Ballereien und Überfälle sind nicht alles: GTA 5 soll mehr Action-Adventure sein als seine Vorgänger: Der Spieler wird mit seinen drei Figuren sogenannte "Heists" organisieren, planen und durchführen - also komplexe Überfälle und Einbrüche, bei denen die Stärken und Schwächen der einzelnen Charaktere bestmöglich eingesetzt werden müssen. Das Video zeigt eine Szene, in der Trevor einen Hubschrauber fliegt, aus dem sich Franklin abseilt und die obere Etage eines Bürogebäudes stürmt. Auf einem gegenüberliegenden Wolkenkratzer liegt Michael auf der Lauer - mit einem Scharfschützengewehr im Anschlag. Und der Spieler kann ständig zwischen diesen drei Perspektiven wechseln.

Solche Missionen werden aber auch in GTA 5 nur eine von vielen Möglichkeiten sein, das Spiel zu spielen. Der Reiz eines Open-World-Spiels ist das ungehemmte Abschweifen. Es stehen von Anfang an alle Wege offen, die Haupthandlung ist nur ein Angebot an den Spieler, nie aber Zwang. Stattdessen geht es für den Spieler um das Erkunden, auch um das Finden eines eigenen Spiels. Rockstar verspricht mit der Einführung der drei Protagonisten, dass der Spieler die langweiligen Passagen - Wege von A nach B - einfach überspringen kann und stattdessen zu einer anderen Figur zappt, als würde er das Fernsehprogramm wechseln.

Tauchen nach gesunkenen Schiffen

An Aktivitäten soll es nicht mangeln: das Spielareal soll fünfmal so groß sein wie im weitläufigen Western-Spiel "Red Dead Redemption" - ebenfalls von Rockstar. Das mit den Missionen verdiente oder erbeutete virtuelle Geld - Michael, Trevor und Franklin haben jeweils ein eigenes Konto - lässt sich in schnelle Autos, einen eigenen Hubschrauber, Aktien, Immobilien oder gar ein Taxi-Unternehmen investieren, das wiederum Einkünfte abwirft. Vor der Küste von Los Santos warten versunkene Schiffswracks und eine umfangreiche Unterwasserwelt - für sich allein bereits größer als "Red Dead Redemption" - darauf, vom Spieler im Taucheranzug erkundet zu werden.

Oder aber die Spielfigur wagt sich in ein Flugzeug, springt daraus mit dem Fallschirm ab, fährt Fahrradrennen oder streift einfach ziellos durch die Stadt. Im Online-Modus, über den noch nicht viel bekannt ist, soll eine Vielzahl von Spielern gleichzeitig die Stadt bevölkern, ihren eigenen Geschäften, Verbrechen und Plänen nachgehen und an jeder Straßenecke ein wenig Chaos stiften.

Und wem das alles zu viel wird: Der zieht sich in ein Hochhaus zurück, beobachtet aus der Ferne das wüste Treiben, ein kühler Drink in der Hand. Ein Düsenjet rauscht gefährlich nah am Fenster vorbei. Im Cockpit sitzt ein anderer Spieler.