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Ende von Windows XP:Windows XP auf 85 Prozent aller PC-Arbeitsplätze

Die größten Microsoft-Flops

Beispiellose Ladenhüter

So viel Sicherheitsbewusstsein gibt es nicht in allen Firmen - und dann ist da auch noch der öffentliche Dienst. Von den 7200 Rechnern etwa, die von der Bundestagsverwaltung betreut werden, lief Windows XP im Januar noch auf mehr als 5400 Geräten. Bis Ende Mai immerhin sollen die Computer in den Abgeordnetenbüros auf Windows 7 umgestellt sein. Bei den restlichen Computern wird diese sogenannte Migration der Behörde zufolge bis Ende 2014 abgeschlossen sein - voraussichtlich, wie es heißt.

Oder das Land Berlin: Dort musste Björn Böhning (SPD), der Chef der Senatskanzlei, Ende Januar einräumen, dass von den mehr als 72 000 Arbeitsplatzrechnern in Senat, den Bezirksämtern sowie nachgeordneten Behörden zwei Drittel noch mit Windows XP laufen. In anderen Ländern ist es nicht anders. Beim National Health Service in Großbritannien mit seinen 1,7 Millionen Angestellten etwa lief XP im Januar noch auf 85 Prozent aller PC-Arbeitsplätze.

Sie werden weiterlaufen

Hier wie auch bei kleinen und mittleren Firmen ist es oft das Budget, das den Elan bremst, auf eine zeitgemäße und besser abgesicherte IT umzusteigen. Denn es fallen ja nicht bloß die Kosten für die Lizenzen an, es müssen auch die Mitarbeiter geschult werden. Und oft ist auch die Hardware nicht mehr potent genug für ein neues Betriebssystem und muss ebenfalls neu angeschafft werden. Das Schlimme für die armen Systemverwalter, die für das nötige Geld kämpfen müssen: Anders als beim Jahr-2000-Problem können sie nicht damit drohen, dass die Computer am 8. April stehenbleiben.

Sie werden weiterlaufen, aber sie verwandeln sich auch mehr und mehr in ein Sicherheitsrisiko. Denn die Löcher, die sich garantiert auftun werden, dienen nicht mehr wie in der Anfangszeit der Computerviren als Spielwiese für durchgeknallte Skript-Kiddies.

Längst hat die organisierte Kriminalität das Spielfeld übernommen. Informationen über Sicherheitslücken werden für viel Geld gehandelt. Im Netz kann man sich Baukästen für Computer-Schadsoftware bestellen, mit denen sich fast jeder mit wenigen Klicks selber einen Trojaner bauen kann. Um dann Informationen zu stehlen, Kreditkartennummern oder Zugangsdaten zu E-Mail-Konten abzufischen oder Firmengeheimnisse auszuspionieren.

Kein Wunder also, dass die gesamte Untergrund-Branche dem Datum schon entgegenfiebert.