Einbrechender Computer-Markt:Lenovo verkauft mehr PCs als HP

Der PC-Markt schrumpft immer weiter. Weil Konkurrenten wie Dell und Hewlett-Packard mehr verlieren, kann Lenovo sich an die Spitze der Branche setzen. Die Chinesen profitieren von einer besonderen Strategie.

Im schwächelnden Markt für PCs führt weiter ein chinesischer Konzern. Lenovo konnte nach übereinstimmender Ansicht der Marktforschungsfirmen Gartner und IDC im zweiten Quartal 2013 mehr Geräte ausliefern als der langjährige Marktführer Hewlett-Packard aus den USA.

Allerdings fiel der Vorsprung dünn aus und war auch nicht in allen Weltregionen zu verzeichnen. Lenovo kam nach den Daten von Gartner und IDC auf einen Marktanteil von 16,7 Prozent; HP lag je nach Marktforscher bei 16,3 beziehungsweise 16,4 Prozent.

Lenovo hat es in den vergangenen Jahren besser als Hewlett-Packard verstanden, sich auf dem schrumpfenden Markt zu behaupten. Tablets und Smartphones haben dem klassischen PC vielfach den Rang abgelaufen. Die Marktforschungsfirmen berichteten am Mittwoch von einem Rückgang der ausgelieferten PC im zweiten Quartal um elf Prozent im Jahresvergleich auf etwa 76 Millionen Geräte.

HP in den USA aber weiter am stärksten

Damit setzt sich die Talfahrt der Branche fort, wenngleich nicht mehr ganz in dem Tempo vom Jahresbeginn. Dass der Markt fünf Quartale in Folge schrumpft, ist die längste Schwächeperiode, die der PC-Markt bisher erlebt hat. Solides Wachstum war lange die Norm gewesen.

Lenovo nahm zum einen mit Service und günstigen Preisen die Unternehmenskunden von HP ins Visier. Einige von ihnen waren verunsichert durch den Zickzackkurs des US-Konzerns, der beinahe sein PC-Geschäft verkauft hätte. Zum anderen nutzte Lenovo konsequenter als andere die Möglichkeiten, Hybridgeräte zwischen Notebook und Tablet zu bauen.

Im großen US-Markt allerdings ist Hewlett-Packard weiterhin der Marktführer, mit mehr als 25 Prozent Marktanteil. Lenovo ist nur die Nummer vier nach Dell und Apple. Weltweit mussten auch die Chinesen im vergangenen Quartal einen Absatzrückgang verkraften: Er fiel allerdings mit 0,6 Prozent laut den Marktforschern Gartner beziehungsweise 1,4 Prozent laut IDC im Branchenvergleich gering aus. Bei HP stellte die Untersuchung dagegen ein Minus von 4,8 respektive 7,7 Prozent fest.

Deutlich härter traf es Konkurrent Acer. Sein Absatz brach um mehr als ein Drittel ein. Auch Asus verlor und verkaufte gut 20 Prozent weniger Geräte als ein Jahr zuvor. Die beiden taiwanischen Anbieter veränderten die Branche einst mit ihren günstigen Mini-Notebooks auf, die jedoch inzwischen wiederum Tablets gewichen sind. Der einstige Weltmarktführer Dell hält sich vor ihnen auf dem dritten Platz. Marktanteil: etwa zwölf Prozent.

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