bedeckt München 16°

Ebay, Amazon und Co.:Steuersünder-Suchmaschine

Das Bundeszentralamt hatte zuvor in einer Studie festgestellt, dass 30 Prozent aller in Deutschland tätigen Internethändler nicht steuerlich gemeldet waren. "Diese Quote liegt heute bei zwei Prozent", sagt der Sprecher. Präventiv hat sich der Softwareeinsatz so bereits gelohnt. Zahlen über die durch Xpider eingeleiteten Steuerstrafverfahren liegen dem Bundesfinanzministerium dagegen nicht vor, weil die zuständigen Länder die Verfahren nicht gesondert erfassen.

Wer nur gelegentlich private Gegenstände über das Netz verkauft, muss sich aber keine Sorgen machen, in das Visier der Ermittler zu gelangen. "Privatpersonen dürfen einen Gewinn von bis zu 512 Euro steuerfrei erzielen", sagt Steuerberater Ernst Grossert von der Beratungsgesellschaft Ecovis. Umsatzsteuer werde für Kleinunternehmer ab einem Betrag von 17.500 Euro fällig. Einzelunternehmen, also Ein-Mann-

Betriebe seien zumindest von der Gewerbesteuer befreit, sofern ihr Gewinn unter 24 500 Euro liegt, sagt Grossert. Wer über den Freibeträgen liegt, sollte besser zahlen. Durch den Einsatz der Suchmaschine ist das Risiko, erwischt zu werden, deutlich gestiegen. "Steuerhinterzieher müssen nicht nur ihre Steuer plus Zinsen nachbezahlen, sondern ihnen drohen im schlimmsten Fall auch Geld-oder Freiheitsstrafen", warnt Grossert.

© SZ vom 8.2.2008/mri
Zur SZ-Startseite