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E-Book-Reader im Vergleich:Bibliothek für unterwegs

Elektronische Lesegeräte setzen sich langsam durch. Dies liegt auch daran, dass die dritte Generation der Geräte inzwischen viele Kinderkrankheiten abgelegt hat.

Noch sieht man digitale Lesegeräte in Deutschland eher selten. Der Anteil elektronischer Bücher am gesamten Buchumsatz ist mit weniger als zwei Prozent marginal. Ganz anders entwickelt sich der Markt in den USA: Dort verkaufte E-Book-Marktführer Amazon im Sommer 2010 rund doppelt so viele elektronische wie gebundene Werke.

Themendienst Multimedia: Viele E-Book-Reader sind augenfreundlich dank elektronischer Tinte

E-Book-Reader sind fast so klein wie gelbe Reklamhefte und koennen doch eine ganze Bibliothek speichern.

(Foto: dapd)

Doch seit Herbst herrscht auch hierzulande so etwas wie Aufbruchsstimmung in der Branche. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin und der Frankfurter Buchmesse haben mit Thalia und Libri.de erstmals zwei Buchhändler Lesegeräte vorgestellt, die so einfach funktionieren, wie es Amazon mit dem Kindle vorgemacht hat.

Dazu gehört insbesondere, dass man die elektronischen Bücher direkt über den Reader im angeschlossenen Online-Shop kaufen und sofort lesen kann, ohne erst den Umweg über den Computer machen zu müssen.

Der Unterschied zwischen Direktkauf und dem Umweg über PC oder Mac ist wichtig, weil praktisch alle elektronischen Bücher mit einem Kopierschutz versehen sind. Sie lassen sich also nicht einfach vom Rechner aufs Lesegerät kopieren.

Vielmehr sind mit dem Signaturprogramm Adobe Digital Editions, dem Erstellen einer speziellen Identifikationsnummer und der Autorisierung des Gerätes einige Hürden zu nehmen. Wer sich mit Computern gut auskennt, kommt mit der Freischaltung der Inhalte klar, für eine breite Akzeptanz aber ist diese Technik die blanke Katastrophe.

Die dritte Generation ist da

Voraussetzung, auf dem E-Book-Reader im Buch-Shop zu stöbern und Bücher unmittelbar zu kaufen und zu laden, ist eine drahtlose Verbindung, zum Beispiel über das heimische Wlan.

Reader, die wie ein Handy über Mobilfunk online sind, erlauben die Bestellung sogar unterwegs. Diese UMTS-Unterstützung findet man allerdings noch seltener als Wlan, einige Gerätehersteller bieten die Option gegen einen Aufpreis von etwa 50 Euro.

Fast alle Lesegeräte für elektronische Bücher in der Preisklasse ab rund 150 Euro (siehe Tabelle oben) sind in den vergangenen drei Monaten neu auf den Markt gekommen, es handelt sich dabei um die zweite, zum Teil sogar um die dritte Gerätegeneration. Insbesondere die Bildschirme auf Basis elektronischer Tinte überzeugen fast durchweg.

Sie sind unter allen Lichtverhältnissen gut ablesbar, selbst in der Sonne. Man kann stundenlang lesen, ohne dass die Augen ermüden. Im direkten Vergleich bieten die Displays des Kindle sowie des Sony Reader PRS 650 den höchsten Kontrast, sie arbeiten mit einer besonderen Technik.