bedeckt München
vgwortpixel

Drohnenabwehr:Vogel oder Drohne?

Das Ergebnis: eine Software, die anfliegende Drohnen schon in ein bis zwei Kilometern Entfernung erkennt. Das funktioniere mit einer Mischung aus verschiedenen Sensoren, sagt Blum. Mit Mikrofonen, Kameras und Radiofrequenzsensoren, die erkennen, ob Drohnen in der Luft sind. "Die Software erkennt, ob sich ein Vogel nähert, ein Flugzeug oder eine Drohne." Weil jede Drohne eine bestimmte Signatur habe, könne die Software auch den Drohnen-Typ und den Standort des Piloten ermitteln.

Die Regeln

Das Bundesverkehrsministerium hat im April 2017 eine neue Drohnen-Verordnung erlassen. Sie regelt die Nutzung unbemannter Flugobjekte (UAV) wie Drohnen oder Multikopter nun genauer. So müssen diese ab 250 Gramm Gewicht mit dem Namen und der Adresse des Besitzers gekennzeichnet werden; ab zwei Kilogramm Gewicht braucht der Pilot einen Drohnen-Führerschein; ab fünf Kilogramm eine Aufstiegserlaubnis einer Landesluftfahrtbehörde. Drohnen, die schwerer als 25 Kilogramm sind, sind verboten. Weitere Regelungen: Die UAV dürfen maximal 100 Meter hoch und nur in Sichtweite fliegen. Ein Flugverbot herrscht in Zonen wie Einsatzorten von Polizei- und Rettungskräften, großen Menschenmengen, an Autobahnen, in Naturschutzgebieten und in der Nähe von Flughäfen. Drohnen, die Bild und Ton aufnehmen und übertragen können, sind in Wohngebieten verboten. Sophie Burfeind

Dieses Drohnen-Erkennungssystem, die Gründer haben es "Drone Tracker" genannt, kann dann in bestehende Sicherheitssysteme eingebaut werden. Weltweit, sagt Blum, gebe es schon mehr als 200 Installationen, in denen die Technik zum Einsatz komme. Damit bewacht würden Gefängnisse, Sportstadien, Prominente, im vergangenen Jahr die TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump und das Weltwirtschaftsforum in Davos. In Deutschland etwa arbeitet Dedrone mit der Deutschen Telekom zusammen. Aber was passiert, wenn der Drohnen-Detektor eine Drohne entdeckt hat? "Das Erste, was jeder tun will, ist natürlich, das Ding abzuschießen", sagt Blum. Das sei jedoch in den meisten Ländern verboten. Auch das Funksignal stören dürfen in Deutschland nur bestimmte Behörden wie die Polizei. Eine Drohne mit einer Fangdrohne einzufangen, ist teuer, außerdem muss ständig ein Pilot verfügbar sein. Netze, die vom Boden aus auf die Drohne geschossen werden können, verfehlen sie oft.

Generell ist das Aufspüren von Drohnen einfacher als deren Abwehr. Außerdem, sagt Blum, müsse man ja auch erst mal prüfen, mit welcher Absicht eine Drohne überhaupt herumfliege. "Nicht jede Drohnenattacke ist gleich eine boshafte. Manche Leute dringen auch unabsichtlich in den Luftraum ein."

Das Drohnen-Erkennungssystem von Dedrone, erklärt Blum, klassifiziere die Drohne und löse einen Alarm aus. Was auf den Alarm folge, entschieden die Kunden: Manche Gefängnisse zum Beispiel forderten die Insassen auf, sofort in ihre Zellen zurückzukehren, manche Luxushotels hätten Vorhänge, die sich bei Drohnen-Alarm vor der VIP- und der Präsidentensuite automatisch schließen.

Neben dem Start-up aus San Francisco, das nun schon 70 Mitarbeiter hat, arbeiten Rüstungsfirmen und mittlerweile auch viele andere Unternehmen an Systemen, um Drohnen abzuwehren.

Drohnen Die perfekte Drohne für Lego-Liebhaber

Airblock

Die perfekte Drohne für Lego-Liebhaber

Die Airblock ist eine Drohne ohne Kamera. Langweilig? Im Gegenteil: Das modulare Konzept macht kleine und große Bastler glücklich.   Von Thorsten Riedl