Drohnen ausspioniert Irakische Hacker blamieren US-Militär

Peinliche Panne bei der US-Luftwaffe: Mit Billigsoftware konnten Aufständische Videoübertragungen unbemannter Militärdrohnen mitschneiden.

26 Dollar kostet das russische Programm Sky Grabber im Internet. Weil es Daten mitschneiden kann, die Internetnutzer via Satellitenverbindung empfangen, preisen es die Hersteller als idealen Zugang zu kostenlosen Filmen oder Musik.

Ferngesteuerte Drohne Predator: Der Feind sieht mit

(Foto: Foto: dpa)

Die Filme, die irakische Aufständische über dieses Programm empfingen, hatten es allerdings in sich - und dürften im US-Verteidigungsministerium kaum für Freude gesorgt haben: Wie das Wall Street Journal berichtet, schnitten schiitische Kämpfer im Irak mit dieser und ähnlicher Software die Videoaufnahmen mit, die unbemannte US-Überwachungsflugzeuge im Irak machten. Sie nutzten dabei eine Sicherheitslücke in der Kommunikation zur Basisstation aus, heißt es.

Indizien, wonach die Aufständischen durch das Sicherheitsleck die Drohnen auch steuern konnten, gebe es nicht, zitiert die Zeitung einen ungenannten US-Militärangehörigen. Allerdings hätten sich die Kämpfer in Echtzeit einen Überblick darüber verschaffen können, welche Gebäude und Gegenden gerade vom US-Militär besonders überwacht wurden.

Auch in Afghanistan wurde spioniert

Das US-Militär wurde erstmals auf das Problem aufmerksam, als es Ende 2008 auf dem Laptop eines schiitischen Extremisten entsprechendes Videomaterial fand. Im Sommer 2009 seien auf weiteren Computern Aufnahmen in einer Länge von "Stunden und Tagen" gefunden worden. Es habe nicht nur im Irak, sondern auch in Afghanistan eine solche Videospionage gegeben, berichtet das Wall Street Journal.

Der Zeitung zufolge arbeitet das Militär inzwischen daran, die Videosignale von Drohnen zu verschlüsseln. Das verwendete Netzwerk ist bereits zehn Jahre alt, allerdings habe das Militär stets befürchtet, bei einer Verschlüsselung keine Daten mehr zeitnah mit alliierten Nato-Truppen teilen zu können.

US-Präsident Barack Obama hat den Einsatz von unbemannten Flugzeugen während seiner Amtszeit ausgeweitet. Neben dem Militär nutzt auch die CIA Drohnen, um gezielt Extremisten zu töten. Die Predator-Drohnen wurden zu Beginn der Neunziger entwickelt, um zielgenauere Angriffe zu planen und auszuführen.

Die US-Journalistin Jane Mayer hatte die Hintergründe des Predator-Einsatzes vor einigen Wochen im New Yorker detailliert beschrieben. In ihrem Artikel kritisieren auch Militärangehörige die exzessive Verwendung ferngesteuerter Flugzeuge zur Tötung vermeintlicher Terroristen, da dies oft zu hohen zivilen Opferzahlen führen würde. "Es ist alles, was wir haben um Al-Qaida zu zerstören", zitiert sie einen Berater Obamas, "Die Regierung setzt sie deshalb weiter ein, weil klar ist, dass sie nichts anderes hat."