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Digitales Morgen:2. Metadaten sagen mehr als tausend Worte

Wenn wir über menschliche Kommunikation nachdenken, denken wir an Worte, an Gesten und inhaltlichen Austausch. Der NSA-Überwachungsskandal, der auf erstaunliche Weise ein Brennglas auf die Mechanismen gegenwärtiger Kommunikation gehalten hat, beweist aber: Daten sind wichtiger als Inhalte, Metadaten sagen mehr als tausend Worte.

Stewart Baker, ehemalige juristischer Chef des amerikanischen Geheimdienstes NSA, sagte vor kurzem: "Metadaten verraten dir absolut alles über eine Person. Wenn man ausreichend Metadaten hat, braucht man gar keine Inhalte." Kontext schlägt Content. Anders formuliert: Die Worte eines Satzes sind nutzlos, wenn man nicht weiß, wer sie wann mit wem an welchem Ort gewechselt hat. Mehr noch: All diese so genannten Metadaten sind so aussagekräftig, dass unerheblich wird, welche Worte es waren.

Diese Meta-Kommunikation interessiert aber eben nicht nur die Datensammler von NSA oder Google. Diese Meta-Kommunikation wird auch uns in Zukunft genauso interessieren wie heute schon die Worte, die man uns sagt. Wo Inhalte leicht kopierbar sind, bekommt der Zusammenhang, in dem diese Inhalte stehen, eine besondere Bedeutung. Robert Scoble und Shel Israel haben in ihrem gleichnamigen aktuellen Buch deshalb bereits das "Zeitalter des Kontexts" ausgerufen - und stellen darin besondere Kommunikationsinstrumente vor, die zum Beispiel aus Metadaten Mehrwerte machen - also nicht nur den besten Schweinebraten der Stadt benennen, sondern das Restaurant, an dem man ihn genau jetzt bekommen kann (weil gerade geöffnet und Schweinebraten noch nicht aus ist). Brillen, die mehr sind als Sehhilfen, Smartphones und kommunzierende Kleidung liefern diese Metadaten und bündeln sie - nicht nur für den Nutzer.