Süddeutsche Zeitung

Digitaler Helfer:Schlüsselfinder mit Bluetooth-Funk

Wo liegt der Schlüssel? Ein kleiner Anhänger, der Hersteller Gigaset nennt ihn G-Tag, hilft dabei. Braucht man das?

Von Helmut Martin-Jung

Na, kennen Sie's noch? Die Augen sind verbunden und die anderen rufen: Kalt, kälter. Oder warm, wärmer - HEISS! Manchmal wünscht man sich eine Truppe von Freunden, die wie früher beim Kindergeburtstag wüsste, wo man gerade mal wieder seinen Schlüssel hingelegt hat. Mit einem kleinen Anhänger, der Hersteller Gigaset nennt ihn G-Tag, und einem Smartphone, kann man sich ein bisschen fühlen wie beim Blinde-Kuh-Spielen.

In dem Anhänger, so groß wie eine Briefmarke und so dick wie ein Smartphone, steckt ein batteriebetriebener Bluetooth-Sender. Er kommuniziert mit einer App von Gigaset, die es für Android- und Apple-Handys gibt. In der App lassen sich mehrere der kleinen Finde-michs verwalten.

Zwei Funktionen erfüllen Gigasets G-Tags: Sie sind ein digitales Vergissmeinnicht, denn wenn der Anhänger außerhalb der Reichweite ist, schlägt das Smartphone Alarm. Zum anderen kann man damit verlegte Gegenstände wiederfinden. Dazu startet man die App und wählt den G-Tag aus, der gesucht wird. Dann zeigt das Handy an, ob der Anhänger weit entfernt ist, nah oder ganz nah. Die Tags kosten 20 Euro das Stück, es gibt sie in verschiedenen Farben. Kauft man gleich mehrere, wird es billiger.

Bei Versuchen im Büro entsprach "weit" etwa einer Entfernung ab zehn Metern, "ganz nah" vermeldet die App, wenn man schon etwa einen Meter an dem Ding dran ist. Ganz so reaktiv wie die Kinderhorde ist die App nicht, deshalb braucht man etwas Geduld. Sobald das Funksignal abbricht, ohne Hindernisse reicht es 30 Meter weit, meldet die App den Tag "außerhalb der Reichweite".

Wer nicht davor schon die Ortungsinformationen eingeschaltet hatte, wird nun daran erinnert. Besser, zumindest fürs Wiederfinden, wäre das natürlich. Aber es saugt auch gewaltig die Batterie leer, wenn das Handy den ganzen Tag über seinen Standort erfasst. Nur so aber kann es andererseits auch wissen, wo das verlegte Teil zum letzten Mal in Reichweite war.

Aber so wie nicht jeden Tag Kindergeburtstag sein kann, muss man auch bei der Technik Kompromisse machen.

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Quelle:
SZ vom 11.03.2015/mri
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