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Games:Das sind die Sieger des Deutschen Computerspielpreises

In der Königskategorie räumt "Anno 1800" ab. Das Spielkonzept des besten Newcomers ist besonders ungewöhnlich und den Publikumspreis gewinnt "The Witcher 3: Wild Hunt".

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Bestes Deutsches Spiel: Anno 1800

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Quelle: Hersteller

Dem Deutschen Computerspielpreis wurde in der Vergangenheit oft vorgeworfen, vor allem Spiele ohne Relevanz in der Gamer-Szene auszuzeichnen. Das kann man den Juroren im Fall von "Anno 1800" nicht ankreiden. Neben der Königskategorie "Bestes deutsches Spiel" gewinnt die Aufbau-Simulation von Ubisoft Bluebyte auch den Preis "Bestes Gamedesign". Das allerdings erscheint fraglich. Zwar überzeugen der Spielablauf und die Spielmechanismen in Anno 1800, die Spielvision jedoch, die laut Computerspielpreis ebenfalls für ein gutes Gamedesign entscheidend ist, hat einen entscheidenden Makel. Sie zeigt einen "Feel-Good-Kolonialismus", wie der Journalist Dominik Schott kritisiert. Auch im SZ-Test kamen wir zu dem Schluss, dass die Entwickler die Kolonialzeit romantisieren.

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Bestes Familienspiel: Tilt Pack

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Gute Spiele für die Nintendo Switch setzen vor allem die Bewegungssensoren der Joy-Con-Controller geschickt ein. Genau das ist den Entwicklern von "Tilt Pack", dem Studio Navel aus Ludwigsburg, gut gelungen. Jeder der ein bis vier Spieler steuert in dem Partyspiel einen Quader, indem er seinen Controller neigt und dreht. Ziel ist, die gegnerischen Klötze vom Rand unterschiedlicher Plattformen in den Abgrund zu schubsen. Ein simples, kurzweiliges Spielprinzip.

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Bestes Debüt: The Longing

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Wie schön wäre es, mal wieder unter Leute zu gehen, Freunde zu treffen und in den Urlaub zu fahren? Der Spieletitel passt gut in die Zeit: "The Longing", zu Deutsch die Sehnsucht. Im Adventure des Stuttgarter Entwicklers Studio Seufz geht es ums Warten. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Dieners, der unter der Erde 400 Tage lang auf das Erwachen seines Königs wartet. Das Besondere: Die Zeit im Spiel verrinnt genauso langsam wie in der echten Welt (allein der Werbe-Trailer dauert vier Stunden). Immerhin vergehen die 400 Tage auch, wenn der Spieler The Longing beendet. Trotzdem bleibt ihm im Spiel mehr als genug Zeit in der unfreiwilligen Quarantäne, die es totzuschlagen gilt. Zum Beispiel, indem er die riesige Höhle erkundet.

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Bestes Serious Game: Through the Darkest of Times

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Der Zweite Weltkrieg ist ein beliebtes Szenario in Computerspielen. In den meisten geht es darum, als Soldat große Schlachten zu schlagen und die Nazis zu besiegen. In dem rundenbasierten Strategiespiel "Through the Darkest of Times" steuert der Spieler dagegen eine Gruppe Widerstandskämpfer in Berlin, die versucht, den Aufstieg der Nazis zu verhindern. Er verteilt Flugblätter und plant Anschläge, möglichst ohne dabei aufzufliegen. Das Spiel stellt klug historische Ereignisse dar, ohne den Spielspaß zu vernachlässigen. Es wurde auch in den Kategorien "Bestes deutsches Spiel" und "Bestes Familienspiel" nominiert.

Einen ausführlichen Test von Through the Darkest of Times lesen Sie hier.

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Bestes mobiles Spiel: Song of Bloom

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Das Mobile-Game "Song of Bloom" erzählt die Geschichte einer namenlosen Frau, die nach dem Sinn des Lebens sucht. Viel mehr erfährt der Spieler nicht. Die Handlung folgt keinem klaren roten Faden, sondern entfaltet sich in einer Reihe von Rätseln, deren Reihenfolge der Spieler selbst bestimmen kann. Hand of Bloom besticht vor allem durch seine künstlerische Grafik und betörende Musik.

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Beste Spielewelt und Ästhetik: Sea of Solitude

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Das Mädchen Kay schippert in einem kleinen Motor-Holzboot durch die Straßen einer überfluteten Stadt. Plötzlich taucht zwischen den Häuserreihen ein schwarzes Monster auf: "Du wertloses Stück Dreck!", faucht es das Mädchen an. Kay, die Heldin in "Sea of Solitude", mit ihren schwarzen Federn und roten Augen hat aber auch gewisse Ähnlichkeiten mit der Kreatur. Das Adventure thematisiert Selbstzweifel und Einsamkeit. Es soll zeigen, wie eine Depression dazu führen kann, dass man sein Umfeld nur noch als bedrohlich wahrnimmt. Ziel des Spiels ist, Rätsel für das Mädchen zu lösen und ihm so dabei zu helfen, seine Einsamkeit zu überwinden. Damit sie und die Monster sich wieder in Menschen verwandeln.

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Beste Innovation und Technologie: Lonely Mountains: Downhill

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Das auffälligste in "Lonely Mountains: Downhill" ist sicherlich der ungewöhnliche Grafikstil. Alles besteht aus Ecken und Kanten, der Kopf des Radfahrers hat weder Nase, noch Mund und Augen. Dementsprechend weniger brutal wirkt es auch, wenn der Spieler ihn frontal gegen einen Baum prallen lässt und das Würfelblut spritzt. Eigentlich geht es in dem Geschicklichkeitsspiel aber vor allem darum, Kurven und Sprünge zu meistern und Unfälle zu vermeiden. Das gelingt mit der intuitiven Steuerung und einer Menge Übung.

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Sonderpreis der Jury: Foldit

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"Foldit" könnte helfen, die Coronakrise zu bekämpfen. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die Juroren das Puzzle-Spiel, das unter anderem von Forschern an der Universität Washington entwickelt wird, mit dem undotierten Sonderpreis auszeichnen. In Foldit geht es darum, Proteine so zu falten, dass Viren wie das Coronavirus nicht mehr an menschliche Zellen andocken können. 99 von Spielern entworfene Protein-Designs haben die Wissenschaftler schon an Labore weitergegeben, um sie testen zu lassen. Im Idealfall entdecken die Forscher dabei einen möglichen Impfstoff. Aktuell läuft eine neue Herausforderung: Die Spieler sollen in Foldit ein Protein finden, dass dabei helfen kann, den Krankheitsverlauf abzumildern.

Sie können "Foldit" kostenlos unter diesem Link für Linux, Mac oder Windows herunterladen.

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Publikumspreis: The Witcher 3: Wild Hunt

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Das Publikum des Deutschen Computerspielpreises liebt offenbar die Witcher-Reihe. Bereits zum vierten Mal in fünf Jahren küren die Zuschauer ein Spiel des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt zu ihrem Favoriten. "The Witcher 3: Wild Hunt", der abschließende Teil der Trilogie um den Hexer Geralt von Riva, gewann bereits 2016 den Publikumspreis. Nun wird die Adaption des Spiels für die Nintendo Switch prämiert. Inhaltlich haben die Entwickler an der ursprünglichen Version des Action-Rollenspiels nichts geändert. Warum auch, wenn es von den Fans fünf Jahre später immer noch gefeiert wird?

© SZ/mri

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