Datenschutz Sicher surfen im Urlaub

Entspannen am Meer? Sicher, aber vorher an den Datenschutz denken

Notebook, Smartphone, Tablet: Längst gehört Technik ins Reisegepäck wie die Badehose. Wer sein Smartphone im Urlaub nicht abschaltet, sollte auch den Schutz seiner Daten nicht vernachlässigen. Wichtige Tipps im Überblick.

Von Varinia Bernau

Für die Erholung wäre es vermutlich besser, das Smartphone im Urlaub einfach abzuschalten. Aber in Zeiten, in denen ein auf Facebook gepostetes Foto vom Frühstücksbuffet die Postkarte ersetzt und die meisten Menschen bei Google Maps und nicht im Straßenatlas den Weg zur antiken Grabungsstätte suchen, in solchen Zeiten kann man eben doch nicht einfach abschalten. Zwei von drei Deutschen nehmen ihr Smartphone mit auf Reisen. Viele suchen, um Roaminggebühren zu sparen, auf der Piazza nach drahtlosen Internetverbindungen - und tappen dabei in die Falle von Datendieben und anderen Cyberkriminellen. Ein paar Tipps, wie man sich bei der Nutzung öffentlicher Netze am besten schützt:

Was sollte man vor dem Start in den Urlaub beachten?

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, prüft den Stand des Kühlwassers. Genauso sollte man auch sein Smartphone für die Reise rüsten - und zwar nicht nur mit einer guten Sicherheitssoftware. Man sollte auch darauf achten, dass das installierte Betriebssystem und alle genutzten Programme auf dem neuesten Stand sind. So schließt man Sicherheitslücken, die Kriminelle sonst für Angriffe ausnutzen. Außerdem sollte man die Daten, von der Liste der Kontakte bis hin zur persönlichen Fotosammlung, sichern. Viele Hersteller bieten dazu auch Dienste im Internet an, bei denen sich eine Kopie hinterlegen lässt - etwa iCloud von Apple. Aus diesem Speicher kann man, falls das Telefon verloren geht, alle Daten auf ein neues Gerät übertragen.

Woran erkennt man vor Ort ein sicheres Netz?

"Verlässlich erkennt man das leider gar nicht", sagt Roman Schlenker von Sophos, einem Anbieter von Sicherheitssoftware. Ein paar Dinge kann man aber beachten, um sich zu schützen. So sollte man sich beispielsweise nicht einfach in ein Wlan einwählen, das das Smartphone in der Nachbarschaft geortet hat. "Bei einem Hotel oder einem Café kann man davon ausgehen, dass zumindest der Betreiber keine bösen Absichten hat", sagt Thomas Labarthe von Lookout, einem Spezialisten für mobile Sicherheitsdienste.

Und dennoch ist auch bei Wlan gegen Gebühr Vorsicht geboten. "Sehr viele kostenpflichtige Hotspots sind unverschlüsselt und nutzen lediglich ein Webportal, auf dem man sich einloggen muss", sagt Labarthe. Hacker nutzen solche Netze, um nicht als Betreiber eines betrügerischen Netzwerks erkennbar zu sein. Im Wlan des Cafés können sie vom Nachbartisch aus aber dennoch Schaden anrichten - etwa Passwörter oder Kreditkartendaten sammeln. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ein Virtual Private Network (VPN) nutzen. Dabei wird der Datenverkehr wie in einem Tunnel abgeschirmt und ist von außen nicht mehr einsehbar. Als Ergänzung bieten Sicherheitsapps einen Modus für sicheres Surfen an, bei dem der Datenverkehr automatisch auf manipulierte Seiten analysiert wird.

Was kann man im Wlan des Hotels erledigen, was nicht?

Tom Ruban vom Sicherheitsanbieter Juniper rät zu einer gesunden Paranoia. "Stellen Sie sich vor, dass alles, was Sie tippen oder wonach Sie suchen, jemand anders sehen kann!" Wer sich dies vor dem Griff zum Smartphone klarmache, der schütze seine wichtigsten Daten ganz gut. Nach einem Restaurant zu suchen, ist eher unbedenklich. Bankgeschäfte sollte man hingegen nur zu Hause erledigen. Wer vom Urlaub aus dennoch eine dringende Überweisung machen muss, sollte zumindest darauf achten, sich über eine sichere Verbindung bei seinem Onlinekonto einzuloggen.

Deshalb empfiehlt Sicherheitsexperte Schlenker etwa, solche Dinge nicht über das Wlan des Hotels zu erledigen, sondern dazu ins Mobilfunknetz zu wechseln. So macht man es einem Angreifer schwerer, den Datenverkehr mitzuschneiden. Allerdings fallen dann Roaminggebühren an, weshalb man sich zuvor bei seinem Mobilfunkanbieter nach den Tarifen erkundigen sollte. Generell rät Schlenker dazu, nicht die Bankwebseite direkt anzusteuern, sondern die von der Bank angebotenen Apps zu nutzen, "da diese meist mit Sicherheitsmechanismen zum Prüfen der Verbindung ausgestattet sind". Wenn eine Warnmeldung auf dem Bildschirm erscheint, sollte man sofort abbrechen. Und: "Die eigene Bank wird einen niemals darum bitten, Details zur Bankverbindung per E-Mail oder SMS zu senden. Wenn man darum gebeten wird, sind mit Sicherheit Datendiebe am Werk."