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Computerwurm Regin:Worum es bei den Angriffen ging

Bei den Angriffen auf die Rechner von Telekommunikationsunternehmen ging es den Erkenntnissen von Symantec zufolge um Verbindungsdaten, also darum, wer wann mit wem kommuniziert hat. Regin kann demnach aber auch mit mehr als 50 speziellen, auf ein einzelnes Ziel zugeschnittenen Bausteinen von Schadsoftware ausgestattet werden.

Durch diesen komplizierten Aufbau ist es möglich, dass das Virus für jahrelange Spionage-Aktivitäten eingesetzt werden konnte, schreiben die Forscher. Wie genau das Virus sich verbreitet hat, ist unklar. Symantec vermutet, dass Zielpersonen dazu gebracht werden, Webseiten aufzurufen - von diesen aus würden dann Programme installiert.

Zusammengenommen deuten all diese Fakten darauf hin, dass es sich um einen Virus handelt ähnlich der Größenordnung von Stuxnet, mit dem das iranische Atomprogramm sabotiert wurde. Stuxnet soll eine Gemeinschaftsarbeit von Israel und USA sein. Ein Computerwurm, der sich selbständig verbreiten kann und auf Scada-Systeme von Siemens abzielte, mit denen Industrieanlagen gesteuert wurden.

Im Unterschied dazu zielt Regin auf keine besondere Gruppe ab, sondern attackiert extrem unterschiedliche Ziele. "Regin ist ein Baukasten zur Massenüberwachung", urteilt Candid Wüest, Experte für Computerviren bei Symantec.

Wer hinter Regin stecken könnte

Computer von Telekommunikationsunternehmen, Behörden und Privatpersonen sind offenbar seit mehreren Jahren ausspioniert worden. Sowohl der Aufwand, der hinter dem Spionageprogramm steckt, wie auch dessen Ziele deuten nach Ansicht von Fachleuten auf eine von einem Staat organisierte Aktion hin.

Besonders häufig wurden Hauptstränge von Telekommunikationsanbietern attackiert. Wichtige Ziele der digitalen Angriffe waren außerdem Hotels, Energieunternehmen und Fluggesellschaften. Hinweise auf die Urheber haben die Sicherheitsfirmen bis jetzt nicht gefunden. Da ein ganzes Team Monate oder Jahre brauche, eine Software dieser Komplexität zu programmieren, glauben die Experten aber, dass der Supervirus von einem Geheimdienst stammt