Computerspiel-Geschichte:Gewaltverherrlichend oder harmlos?

Durch das Spiel "MadWorld" verliert die Konsole Wii ihre Unschuld. Hier sind 22 Vorgänger: die kontroversesten Videospiele aller Zeiten.

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Quelle: SZ

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Die Gewaltdebatte ist nicht neu: die kontroversesten Videospiele aller Zeiten.

Death Race (1976)

Verglichen mit dem, was heutzutage als gewalttätig eingestuft wird, ist das Automatenspiel "Death Race" eher harmlos. Der Spieler steuert ein Auto und fährt Pixel um, die Gremlins (Monster) darstellen sollen - und weicht Grabsteinen aus.

Das "National Security Council" in den USA nannte das Spiel damals "krank und morbide". Es gab Berichte von Menschen, die die Videospiel-Automaten verbrannt haben sollen.

Foto: Exidy

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Chiller (1986)

In Großbritannien wurde das Spiel verboten, bei dem es einfach darum geht, auf alles zu schießen, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Wer das schafft, darf bei allen vier Szenarien, die Folterszenen und Friedhöfe zeigen, in einer Bonusrunde noch einmal losballern.

Foto: Hersteller

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NARC (1988)

Das Spiel war in der Ronald-Reagan-Ära der Videospiel gewordene Traum reaktionärer US-Amerikaner: Ein Mann zieht los und erschießt Junkies und Drogendealer. Weil zum ersten Mal eine digitale Grafik eingesetzt wurde, wirkten die Stenen für damalige Verhältnisse extrem realistisch.

Foto: Williams

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Splatterhouse (1988)

Nicht die Brutalität des Spiels sorgte für Aufregung, sondern eine einzige Szene im Spiel: Die Hauptfigur Rick Taylor muss seine eigene Freundin umbringen, um das Spiel zu gewinnen. Sie war von Monstern gekidnappt worden und mutierte nun selbst zu einer grotesken Figur.

"Splatterhouse" war eines der ersten Videospiele mit Altersbeschränkung, in diesem Jahr soll eine Fortsetzung herauskommen.

Foto: Namco

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Speedball (1988)

In diesem Sportspiel bekommt man nicht nur Punkte, wenn man Tore erzielt, sondern auch dafür, wenn man den Gegenspieler so oft umgrätscht, dass er verletzt und bewusstlos vom Feld getragen werden muss. Das Spiel ist nicht blutrünstig, wurde aber dennoch kritisiert, weil es dem Fair-Play-Gedanken im Sport vollkommen widerspricht.

Foto: Bitmap Brothers

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Mortal Combat (1992)

Das Plakat zur Ankündigung versprach bereits, dass das Spiel so real sein würde, dass es weh tat. Es war eine Antwort auf das beliebte Prügelspiel "Street Fighter". Vor allem die Techniken, einen Gegner endgültig zu besiegen, riefen Proteste hervor. Sie enthielten das Herausreißen von Herzen und Wirbelsäulen oder das Herunterschlagen von Köpfen. Kritiker warfen den Entwicklern vor, diese grausamen Szenen nur deshalb einzubauen, um durch die öffentliche Diskussion mehr Spiele zu verkaufen.

Foto: Acclaim/Midway

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Lethal Enforcers (1992)

Die Grafik des Spiels war für damalige Verhältnisse ebenso bahnbrechend wie die Gummipistole, mit der man auf den Bildschirm zielte und schoss. Genau deshalb protestierten viele Eltern. Wenn man eine unschuldige Person tötete, gab es zwar einen Lebensabzug, seine Waffen durfte man jedoch behalten.

Foto: Konami

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Wolfenstein 3D (1992)

Der Protagonist in diesem First-Person-Shooter ist ein amerikanischer Soldat, der aus der Gefangenschaft der Nazis entkommen ist und das Regime stürzen muss - und am Ende der dritten Episode Adolf Hitler tötet.

Die PC-Version des Spiels wurde zunächst in Deutschland verboten aufgrund der Hakenkreuz-Symbolik und des verwendeten "Horst-Wessel-Lieds" - obwohl die Nazis der erklärte Feind im Spiel waren. Die Konsolenversion wurde deshalb verändert, Nazi-Symbole entfernt und Blut durch Schweiß ersetzt. Die Version floppte allerdings beim Publikum.

Foto: id

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Doom (1993)

Dieses Spiel definierte ein neues Genre: den First-Person-Shooter. Neuartig war zudem die dreidimensionale Grafik und die Multispieler-Funktion. Mehr als zehn Millionen Menschen luden sich das Spiel innerhalb von zwei Jahren herunter, es wurde 2004 zum besten Spiel aller Zeiten gewählt.

Eine detaillierte Grafik, satanistische Bildsprache und die interaktive Gewalt sorgten für zahlreiche Proteste außerhalb der Videospiel-Welt. Ein Kritiker nannte "Doom" einen "Massenmörder-Simulator". Das Spiel wurde auch 1999 zu einem Symbol in der Killerspiel-Debatte, als herauskam, dass die Täter beim Schul-Massaker an der Columbine High School sich bei der Planung an dem Spiel orientierten.

Foto: id

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Duke Nukem 3D (1996)

Das Spiel gilt als eines der ersten, das Sexualität in die Geschichte eines Videospiels einbaute. Frauen sind im Spiel sowohl für den Protagonisten als auch für dessen Gegner nur Objekte - was der Hersteller als Ironie auf die amerikanische Gesellschaft deklarierte.

Das Spiel wurde in Australien und Brasilien verboten. In Deutschland wurde es auf die "Liste der Medien, die jungen Menschen schaden können" gesetzt.

Eine Fortsetzung wird seit 1997 fast jedes Jahr angekündigt. Mittlerweile geben die Hersteller als Erscheinungsdatum an: "Wenn es fertig ist".

Foto: 3D Realms

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Carmageddon (1997)

Die Regeln sind einfach: Man muss eine Rennstrecke in einer gewissen Zeit durchfahren. Der Haken: Man bekommt umso mehr Zeit, je mehr gegnerische Auros man demoliert - und je mehr Fußgänger man umfährt.

In Deutschland gab es das Spiel zunächst mit Zombies und Robotern anstatt Menschen als Fußgänger, das Blut hatte eine grünliche Farbe.

Foto: Interplay

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GTA (1997)

Die erste Version einer der erfolgreichsten Videospiel-Serien aller Zeiten gab es noch zweidimensional. In "Grand Theft Auto" muss der Protagonist - ein Autodieb - in der Stadt herumlaufen und verschiedene Missionen erfüllen wie Banküberfälle, Mord und Diebstähle.

Das Spiel setzte in puncto Gameplay neue Maßstäbe, weil sich der Spiele abseits der Missionen frei in der Stadt bewegen konnte.

Foto: BMG

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Resident Evil 2 (1997)

Die Fortsetzung des Horror-Klassikers zeichnete sich vor allem durch die grausamen Tötungen der Gegner aus. Es gilt trotz seiner Grausamkeit bis heute als eines der besten Spiele aller Zeiten - vor allem weil der Hersteller es schaffte, zum ersten Mal in einem Videospiel so etwas wie Atmosphäre zu erzeugen.

Foto: Capcom

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Counter Strike (1999)

Der Sündenbock: Wenn es ein Spiel braucht, um eine Diskussion um gewalttätige Videospiele auszulösen, muss man nur "Counter Strike" erwähnen. Der First-Person-Shooter gilt als eines der beliebtesten Spiele der Welt, es werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Mittlerweile wurden von den "Counter Strike"-Varianten im Einzelhandel mehr als zehn Millionen Einheiten verkauft. Die Zahl der übers Internet verkauften Spiele dürfte ähnlich hoch sein.

Das Spiel ist ein stark taktisch geprägter Kampf zwischen Terroristen und einer Anti-Terror-Einheit. Ziele im Spiel sind meist die Befreiung von Geiseln oder das Entschärfen von Bomben. Kritiker werfen dem Spiel vor, Jugendlichen eine taktische Ausbildung im Kampf zu geben.

Foto: dpa

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Soldier of Fortune (2000)

Zu diesem Spiel muss man nicht viel erzählen - das Bild sagt eigentlich alles aus.

Foto: Activision

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Hitman (2000)

Ein Kritiker schrieb, dass es sich bei "Hitman" um das "erste Spiel für Serienmörder" handelt. Der Protagonist "47" muss als professioneller Killer vier verschiedene Anführer krimineller Banden töten. Wie er das macht, ist dem Spieler überlassen.

Foto: Eidos

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Max Payne (2000)

Das Spiel erinnert an die Filme von John Woo und an die "Matrix"-Trilogie, es gehört stilistisch zu den besten Spielen aller Zeiten. Neben expliziten Sexszenen war vor allem die sogenannte "Bullet Time", die den "Matrix"-Filmen entnommen wurde, neuartig. Der Protagonist kann so Kugeln ausweichen und selbst Schüsse abgeben. Noch nie zuvor konnte der Spieler das Blut auch in Zeitlupe spritzen sehen.

Foto: Rockstar

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GTA 3 (2001)

Der dritte Teil der "Grand Theft Auto"-Serie gehört zu den meistverkauften Spielen aller Zeiten. Kritiker warfen dem Hersteller vor, dass es für Kinder ungeeignet sei, weil das Spiel soziopathisches Verhalten fördere. Der Spieler muss, um das Spiel erfolgreich zu meistern eine Verbrecherkariiere einschalgen - er wird für illegales Verhalten belohnt.

Der Hersteller wurde 2003 von zwei Familien auf 246 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Teenager hatten zuvor zwei junge Menschen getötet und erklärt, ihre Taten wären durch GTA inspiriert.

Foto: Rockstar

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Bloodrayne (2002)

Die Protagonist ist ein Vampir in aufreizenden Klamotten - ständig auf der Suche nach den schönsten Arterien, in die sie beißen könnte. Mehr Blut hat man bis zu diesem Zeitpunkt in kaum einem anderen Spiel gesehen.

Foto: Majesco

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Manhunt (2003)

Was der Protagonist zu tun hat, steht auf seinem Körper: Er ist gefangen in einer Reality Show, aus der er nur herauskommt, wenn er den Anweisungen des Regisseure folgt und andere Menschen tötet.

Die Tötungsakte werden mit zunehmender Spieldauer immer grausamer. In vielen Ländern wurde das Spiel verboten - so auch 2004 in Deutschland mit der Begründung, dass das Spiel das Töten von Menschen als spaßvoll darstelle.

Foto: Rockstar

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Super Columbine Massacre RPG (2005)

Geht es makabrer? Der Spieler kann in dieser Version das Massaker an der Columbine High School nachspielen.

Screenshot: Super Columbine Massacre RPG

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Gears of War 2 (2008)

Es ist nicht nur das Töten, das in diesem Spiel grausam ist - sondern das, was man danach mit den Leichen anstellen kann. Der Spieler kann die Köpfe als Golfbälle benutzen - oder als menschliches Schutzschild.

Foto: Epic Games

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Ninja Gaiden 2 (2008)

Wenn man seinen Gegnern die Extremitäten abhackt, bedeutet das in diesem Spiel nicht, dass man sie besiegt hat. Sie kämpfen weiter wie der unbesiegbare Ritter im Monty-Python-Film "Ritter der Kokosnuss". Es ist vor allem die viszerale Gewalt und der heftige Einsatz von Blut, die aus diesem Spiel eine eklige Angelegenheit machen. Denn erst wenn man seine Gegner total zerlegt hat, geben sie wirklich auf.

Foto: Tecmo

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MadWorld (2009)

Und nun eben "MadWorld". Es gibt nur die Farben schwarz, weiß und rot - und wer sich auf YouTube den Trailer ansieht, der weiß, worum es einzig in diesem Spiel geht: um kreatives Töten.

Foto: Sega

© sueddeutsche.de
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