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Computerspiel "Dragon Age Inquisition":Kontinent für angehende Drachentöter

Maximale Bewegungsfreiheit: Die gewaltige Welt von "Dragon Age Inquisition" weckt den Entdeckerdrang der Spieler. Aber fesselt sie ihn auch über längere Zeit?

Von Matthias Huber

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Worum geht es in "Dragon Age Inquisition"?

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Quelle: Bioware / Electronic Arts

Der Kontinent Thedas ist vom Untergang bedroht, Dämonen dringen durch einen Sphärenriss in die Fantasy-Welt ein, die sonst nur von verhältnismäßig harmlosen Magiern, fanatischen Tempelrittern und den titelgebenden Drachen bevölkert ist. Es ist - wie schon in "Dragon Age Origins" und "Dragon Age II" - Sache des Spielers, als auserwählter Retter das Land vor dem Verderben zu bewahren. Und ganz nebenbei zu beweisen, dass er nicht selbst für all das Ungemach verantwortlich ist.

Angespielt, nicht durchgespielt: Unsere Games-Kurzkritik "Screenshot" beantwortet Fragen zu den neuesten Computer- und Videospielen auf allen gängigen Plattformen. Und gibt einen ersten Eindruck, worauf Sie sich bei einem neuen Spiel freuen können - und wann Sie lieber noch skeptisch sein sollten.

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Was sieht vielversprechend aus?

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Quelle: Bioware / Electronic Arts

"Dragon Age Inquisition" ist der neue Titel der Rollenspiel-Spezialisten von Bioware, die sich mit Klassikern wie "Baldur's Gate", "Knights of the Old Republic" und der Science-Fiction-Sause "Mass Effect" einen Ruf als exzellente Geschichtenerzähler verdient haben - wenn auch meist um den Preis, den Spieler in einen engen Handlungsverlauf zu zwängen. "Inquisition", das dritte Dragon-Age-Spiel, ist gleichzeitig das erste Bioware-Produkt, das mit dieser Tradition brechen will. Dem Spieler öffnet sich nach dem Prolog eine gewaltige frei begehbare Welt, die in ihren Ausmaßen dem Genre-Primus "Skyrim" mindestens ebenbürtig ist. Versteckte Schätze, geheimnisvolle Höhlen oder eine abgelegene und auf der Karte nicht eingezeichnete Burg in den Bergen, in der ein mysteriöser Geheimkult seinem Tagesgeschäft nachgeht - schon in den ersten Spielstunden erschlägt die Welt von Thedas den Spieler mit ihrem wirklich beachtlichen Freizeitangebot für angehende Drachentöter und Dämonenjäger. Zumal es Bioware von Anfang an gelingt - anders als "Skyrim" oder Ubisoft-Spielen wie "Assassin's Creed" oder "Watch Dogs" - all das nie als Beschäftigungstherapie erscheinen zu lassen, die lediglich dazu dienen soll, auf der Packung mit Sprüchen wie "über 100 Stunden Spielzeit" zu werben.

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Warum sollte man trotzdem skeptisch sein?

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Quelle: Bioware / Electronic Arts

Gerade bei Spielen dieses Umfangs kann der erste Eindruck trügen. Was anfangs noch abwechslungsreich und stimmig erscheint, kann sich zehn oder 20 Stunden später als Illusion entpuppen. Wenn dann aus den optionalen Zusatzaufgaben plötzlich Pflichtübungen werden, die man durchlaufen muss, damit die Spielfigur für den nächsten Abschnitt gerüstet ist, kann die Fülle an Inhalten zur Belastung werden. Und ob die im Vergleich zu anderen Branchenvertretern hübsch geschriebene Geschichte aus altbekannten Fantasy-Standards wirklich mehr als 50 oder gar 100 Spielstunden fesseln kann, bleibt abzuwarten.

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Woran erinnert Dragon Age Inquisition?

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Quelle: Bioware / Electronic Arts

Abgesehen von dem bereits angesprochenen "Skyrim": "Dragon Age Inquisition" spielt sich wie ein Best-of aller bisherigen Bioware-Titel - angesichts der hohen Qualität bisheriger Spiele ist das auch wirklich nichts Schlechtes. Das taktische Kampfsystem aus "Origins" wurde gerade so weit entschlackt, dass nicht mehr jedes kleine Scharmützel 20 Minuten dauern muss, aber ohne so weit zu gehen wie "Dragon Age II", das aus dem Rollen- kurzerhand ein flaches Actionspiel gemacht hat. Aus "Mass Effect" übernahm Bioware für diesen dritten Teil endlich das grandiose Spiel mit den Dialogen, bei dem der Spieler eine Stimmung für seine Antwort aussucht, sich dann aber vom Drehbuch überraschen lässt, was der Held daraus formuliert.

Neu für Bioware ist, dass man nicht nur mit einer Heldengruppe durch Thedas streift und allerlei Abenteuer erledigt, sondern gleichzeitig versucht, die Inquisition als militärische Macht auf dem Kontinent aufzubauen. Dazu schickt der Spieler seine Berater auf Missionen, entscheidet, ob der Lösungsvorschlag der Diplomatin, der Spionin oder des Heerführers für die jeweilige Aufgabe am ehesten zum gewünschten Ziel führt. Die Konsequenzen aus dieser Entscheidung bekommt wiederum der Spieler selbst zu spüren, wenn er draußen in der Wildnis auf die Bewohner des Landes trifft - und die ihm entsprechend wohlwollend oder feindselig gegenüberstehen.

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Was passiert, wenn man das Spiel zum ersten Mal startet?

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Quelle: Bioware / Electronic Arts

Zwei Armeen - Tempelritter und Magier - ziehen durch das Land, in vermeintlicher Eintracht nebeneinander her. Ihr Ziel ist offensichtlich eine Burg auf einem Hügel am Horizont. Der Spieler klickt auf den Schriftzug "Neues Spiel", der in dünnen weißen Buchstaben über dem Bild liegt - und eine Explosion aus grünleuchtenden Flammen reißt die Soldaten und Zauberer von den Füßen, verwandelt den Hügel mitsamt der Burg in einen Schutthaufen. Im Dragon-Age-Universum sind die Tempelritter dafür verantwortlich, mit bisweilen auch brutaler Gewalt darüber zu wachen, dass die Magier die ihnen verliehene Macht nicht missbrauchen - ein oftmals fragiler Frieden. Damit ist es jetzt dahin, denn die Templer machen die Magier für die Explosion und den Sphärenriss verantwortlich. Und es ist Aufgabe des Spielers und der von ihm geleiteten Inquisition, auf dem Kontinent Thedas wieder für Ordnung zu sorgen.

Dragon Age Inquisition (USK ab 16) ist am 20. November für PC, Playstation 3 und 4 und Xbox 360 und One erschienen.

© Süddeutsche.de/rus

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