bedeckt München 11°
vgwortpixel

Computerspiel: "Batman: Arkham Origins":Im Schatten seiner selbst

Batman: Arkham Origins

Im Schatten seiner Vorgänger wirkt "Batman: Arkham Origins" ideenlos.

(Foto: Warner Bros. Interactive)

Schurken aus der zweiten Reihe, haufenweise Gadgets und eine Stadt, in der es niemanden zu retten gibt: Mit "Batman: Arkham Origins" beweist das neue Entwickler-Team, dass es nicht verstanden hat, was die beiden Vorgängerspiele so erfolgreich gemacht hat. Das Ergebnis ist ein trauriges Weihnachtsfest, nicht nur im Haus von Bruce Wayne.

Es ist Weihnachten. Batman muss trotzdem arbeiten. Denn genau am Heiligen Abend hat der Bösewicht Black Mask acht Attentäter auf ihn angesetzt. Pflichtbewußt macht sich der dunkle Ritter im dritten Teil der Arkham-Computerspielreihe wieder auf nach Gotham.

Mit dem ersten Computerspiel "Batman: Arkham Asylum" haben die Rocksteady Studios ein düsteres Kammerstück inszeniert. Der logische nächste Schritt aus der bedrückenden Enge des Erstlings war die Fortsetzung "Batman: Arkham City" - ein Open-World-Spiel, in der Batman endlich genug Freiraum bekam, um seine Flügel auszubreiten und durch Häuserschluchten zu gleiten. Wie kann ein neues Batman-Spiel denselben kommerziellen Erfolg haben, von den Kritikern gelobt werden und gleichzeitig die Trilogie sinnvoll weiterführen?

Die Antwort auf diese Frage wollte Warner Bros. dieses Mal im eigenen Haus (Warner Bros. Games Montréal) entwickeln - erfolglos. Der dritte Teil heißt "Batman: Arkham Origins," zurück zu den Ursprüngen, doch das Spiel erzählt nicht, wie der kleine Bruce seine Eltern verloren hat, wie er zu Batman wurde und schon gar nicht, warum der Joker stets so dümmlich grinst. Stattdessen setzt Warner Bros. seinen erfolgreichsten Helden an Weihnachten vor die Tür, konfrontiert ihn mit einer B-Elf an Superschurken und überschüttet ihn mit Geschenken.

Seine Stadt

Warum bleibt Batman - angesichts der Gefahr - nicht einfach an Weihnachten zu Hause, fragt sein treuer Butler Alfred stellvertretend für den Spieler. Batman antwortet heldenhaft: Irgendjemand muss die Bürger von Gotham doch beschützen. Während im zweiten Teil der Serie noch Unschuldige durch die Straßen liefen, ist die Stadt im dritten Teil nur von Kriminellen und korrupten Polizisten bevölkert.

Der Comic-Held Batman und seine Stadt sind miteinander verbunden. Das haben die vorherigen Entwickler von Rocksteady Studios verstanden. Warner Bros. hingegen lässt die Liebe zum Details vermissen: In ihrem Gotham gibt es keine versteckten Anspielungen, sogenannte Easter Eggs, auf die Comics oder die Figur Batman. Durch solche Häuserschluchten mag man nicht mehr gleiten. Stattdessen gibt es den Bat-Jet als neues Feature, um die Reise zwischen zwei Punkten abzukürzen.

Seine Waffen

Neben dem Flugzeug erhält Batman gleich zu Beginn des Spiels ein reichhaltiges Arsenal an Waffen und Gadgets. Dies ist nicht der ursprüngliche Batman, sondern eher der Weihnachtsmann, der für jeden Gegner eine neue Überraschung aus dem Gürtel zaubert. Fesselt man den Bösewicht lieber mit der Fernlenkkralle an einen Vorsprung oder lenkt man ihn mit einem Schallschock-Batarang ab oder bewirft man ihn mit einem Erschütterungszünder? Der Spieler wird förmlich erdrückt von der Last der vielen Möglichkeiten.