Games im OktoberRussen reagieren auf Ressentiments mit rüden Rezensionen

Russische Spieler fühlen sich vom neuen "Call of Duty: Modern Warfare" falsch dargestellt, Marios Luigi wütet mit dem Gespenstersauger, und ein gemobbter Junge findet seine Rettung in einem magischen Pinsel: Das war der Oktober aus Gamer-Sicht.

Von Caspar von Au

Call of Duty: Modern Warfare

Es ist finster, nur ab und zu erleuchtet Gewehrfeuer den Tunnel. Den Schüssen folgen Schreie, Explosionen. Als britischer Elitesoldat tötet der Spieler Dutzende Kämpfer der fiktiven Terrororganisation Al-Qatala in dem Tunnelsystem. Sein eigentliches Ziel im Ego-Shooter "Call of Duty: Modern Warfare" ist aber ihr Anführer, Omar "The Wolf" Sulam. Die Mission im Spiel erinnert entfernt an den realen Einsatz der USA vor wenigen Tagen, bei dem sich IS-Anführer al-Baghdadi in die Luft sprengte. Mit dem Unterschied, dass der Spieler in Call of Duty die Bombe rechtzeitig entschärfen kann.

Modern Warfare ist ein Reboot des gleichnamigen Spiels von 2007. Die Entwickler wollen zurück zu den Wurzeln der populären Reihe. Das Spiel ist langsamer und realistischer als die zuletzt erschienen Titel. Davon profitieren vor allem die Mehrspielermodi, in denen es nun stärker auf Taktik ankommt. Die Größe der Teams variiert von zwei Spielern im "Gunfight" bis zu 32 Spielern auf jeder Seite in "Ground War". Im Story-Modus kämpft der Spieler auf der Seite des Westens neben den islamistischen Terroristen auch gegen Russland. Die plumpe Darstellung als Schurkennation voller Kriegsverbrecher stößt vor allem bei russischen Spielern auf Kritik. In den vergangenen Tagen überhäuften viele von ihnen Modern Warfare mit negativen Bewertungen.

"Call of Duty: Modern Warfare" ist am 25. Oktober für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen.

Bild: PR / Activision Blizzard 31. Oktober 2019, 15:522019-10-31 15:52:14 © SZ.de/jab