Cloud-Computing:Was die Nutzer abschreckt

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Was sich auf den ersten Blick für diejenigen, die bisher nicht mit einer internetbasierten Textverarbeitung gearbeitet haben, etwas kompliziert anhört, ist in der Praxis ganz leicht: Wer mit Word einen Brief schreiben kann, erledigt das Gleiche genauso schnell mit einer Textverarbeitung im Internet. Die Browser-Anwendung von Microsoft sieht sogar exakt gleich aus und lässt sich auch genauso bedienen. Die anderen Anbieter stehen dem kaum nach, weil sie sich am Marktführer orientieren.

Trotz dieser einfachen Bedienung und der für Privatanwender kostenlosen Angebotsvielfalt hat sich Online-Office bisher am Markt nicht durchgesetzt. Daran sind nicht zuletzt die Anbieter dieser Dienste selbst schuld, weil sie mit Begriffen hantieren wie "SaaS" (Software as a Service) oder "in the cloud".

Das schreckt ab, wenn man nur schnell einen Brief verfassen möchte. So haben es die Firmen bisher schlicht versäumt, eine breitere Zielgruppe anzusprechen und sie von den Vorteilen zu überzeugen.

Manche potentiellen Nutzer fürchten zudem, ihre Dateien könnten über Sicherheitslücken beim Software-Betreiber in falsche Hände geraten. Solche grundsätzlichen Bedenken sind, wie im Falle aller gespeicherten Daten, nicht völlig von der Hand zu weisen. Bevor es losgehen kann, muss man sich beim Anbieter einmalig registrieren.

Letztlich ist dies sogar, wie bei fast allen kostenlosen E-Mail-Diensten, anonym möglich: Ein fiktiver Name, eine Mail-Adresse und ein Passwort genügen. Diese Registrierung ist bei Google, Microsoft und den anderen Anbietern in ein oder maximal zwei Minuten erledigt. Lediglich der Internet-Provider 1&1 bietet sein im Übrigen gut gemachtes Office-Paket im Web nur den eigenen Kunden an.

Mit der Mail-Adresse und seinem Passwort meldet man sich anschließend an und wählt im Web-Browser die Office-Rubrik. Hier kann man entweder eine neue Datei erstellen oder eine bereits vorhandene bearbeiten - ganz so, wie man schon bisher mit dem installierten Office-Paket und der lokalen Festplatte daheim und im Büro arbeitet. Zudem lassen sich bereits auf dem eigenen Rechner vorhandene Office-Dateien problemlos auf das Online-Speicherlaufwerk übertragen und damit wiederum überall verwenden.

Zum Speichern muss man online sein

Braucht man während des Arbeitens denn nun wirklich permanent die Verbindung ins Internet? Im Prinzip ja, allerdings bleibt auf Seiten der Anwender das Browser-Fenster einfach mit den bisherigen Inhalten offen, wenn man eine Aktion wie Speichern oder ähnliches ausführen möchte und die Verbindung ins Internet gerade unterbrochen ist. So lässt sich durchaus selbst in der Bahn mit Online-Office arbeiten, wo die Mobilfunkverbindung in der Praxis zwischendurch immer wieder abbricht.

Die Frage ist, ob sich also Privathaushalte die Ausgabe für ein traditionelles Office-Paket in Zukunft sparen können. Im Prinzip schon, doch es kommt auf die Ansprüche an. Die installierten Programme bieten sehr viel mehr Funktionen und Möglichkeiten als ihre Web-Pendants. Serienbriefe oder Pivottabellen benötigt man zwar nicht jeden Tag, aber unter Umständen eben doch einmal.

Als Ergänzung sind die Online-Dienste jedoch zu empfehlen: Sie funktionieren durchaus gut. Wirklich vertrauliche Dokumente, raten Datenschützer, sollte man allerdings wie bisher lokal bearbeiten und speichern.

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