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Browser:Neue Google-Toolbar in der Kritik

Das neue Helferlein des Suchdienstes für Microsofts Explorer wandelt Adressen in Links um und stellt Verbindungen zu Online-Buchhändlern her - ein Komfort, der nicht bei allen Begeisterung auslöst.

Google gab letzte Woche die Betaversion seiner Toolbar 3 zum Download frei. Es handelt sich dabei um eine Erweiterungen des Internet Explorer, die Google-spezifische Funktionen einfacher zugänglich macht.

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Die neue Ausführung bringt neben einer Rechtschreibprüfung und einer Übersetzungshilfe auch ein Feature namens "Autolink". Wenn ein Dokument eine Adresse enthält, dann kann diese Funktion daraus einen Hyperlink auf Googles kürzlich eröffneten Landkartendienst erzeugen.

Außerdem erkennt sie eine ISBN und stellt die Verbindung zu Online-Buchhändlern her.

Kritiker sehen darin einen unzulässigen Eingriff in Web-Inhalte. Würde der Autor der betreffenden Seite eine solche Verlinkung wünschen, dann hätte er sie selbst eingefügt. Hyperlinks sind ein Teil eines Online-Dokuments und müssen seinem Verfasser überlassen bleiben, so der Tenor.

Besonders lautstark artikulierten amerikanische Weblog-Autoren ihre Kritik an der neuen Funktion und stellten einen fragwürdigen Vergleich mit Microsofts "Smart Tags" her.

Der Redmonder Softwareriese hatte geplant, den Internet Explorer 6 mit einer Technologie auszustatten, die bestimmte Begriffe in angeforderten Web-Seiten automatisch in Links verwandelt. Davon hätte vor allem MSN profitieren sollen. Microsoft zog dieses Feature wegen markenrechtlicher Bedenken zurück.

Von Google liegt bis dato keine offizielle Stellungnahme vor. Das Unternehmen sieht sich aber einer negativen Berichterstattung ausgesetzt. Bedenkt man die Macht von Weblogs, die erst letzte Woche den Nachrichten-Chef von CNN zu Fall brachten, dann scheint ein Meinungsumschwung bei Google nicht ausgeschlossen.

© Computerwoche
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