Bezahldienst Apple Pay:Apple könnte Zahlungen von iPhone zu iPhone ermöglichen

Tim Cook

So funktioniert Apple Pay bislang.

(Foto: Marcio Jose Sanchez/AP)
  • Einem Medienbericht zufolge arbeitet Apple an einer Erweiterung seines Bezahldienstes Apple Pay, der auch private Zahlungen ermöglichen soll.
  • Künftig soll damit nicht nur das Bezahlen in Geschäften, sondern auch von Person zu Person möglich sein.

Von Vivien Timmler

Apple Pay ist gerade erst in zwei Ländern nutzbar, da plant das Unternehmen offenbar schon, seinen Bezahldienst zu erweitern - und Nutzern private Überweisungen an andere Nutzer zu ermöglichen. Sie sollen bald nicht nur in Geschäften, sondern auch von Person zu Person via iPhone oder Apple Watch bezahlen können, berichtet das Wall Street Journal. Dem Bericht zufolge befindet sich das Unternehmen hierfür bereits in Gesprächen mit amerikanischen Banken.

Das neue System könnte zum Beispiel nützlich sein, um in Restaurants die Rechnung nicht mehr aufteilen zu müssen, sondern das Geld den Bekannten einfach durch einen schnellen Kontakt zwischen den Smartphones begleichen zu können. Das soll - wie schon bislang bei Apple Pay - über Nahfeldkommunikation funktionieren, kurz NFC. Dabei überbrücken die Daten per Funktechnik kurze Strecken von wenigen Zentimetern und werden dabei verschlüsselt. Bestätigt wird die Übertragung per Touch ID. Weder Apple, noch der Händler haben dabei Zugang auf personenbezogene Daten.

Indiz für die Erweiterung des Dienstes ist ein Patent, das Apple Anfang des Jahres erhalten hat. Darin sind jene Person-zu-Person-Zahlungen beschrieben, die den neuen Bezahlweg wohl ausmachen dürften. Unklar ist jedoch noch, wie Apple mit der Erweiterung von Pay Geld verdienen möchte. Es dürfte für den Konzern vorerst eine weitere Form der Kundenbindung sein, mit der das Unternehmen nach und nach weitere Bereiche des täglichen Lebens mit dem Smartphone vernetzt. Als frühester Start nennt der Bericht den Sommer des kommenden Jahres. Dann könnte die Erweiterung beispielsweise zusammen mit iOS 10 eingeführt werden.

Sollte der private Person-zu-Person-Bezahldienst kommen, würde er der Plattform Venmo von PayPal Konkurrenz machen. Die ist besonders bei der jungen Generation beliebt, die so Mietzahlungen regelt oder Gemeinschaftsgeschenke organisiert. Die Zahlungen über Venmo haben sich im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, was die App zur am schnellsten wachsenden auf diesem Gebiet in den USA macht. Das Volumen der Transaktionen beträgt mittlerweile 2,1 Milliarden Dollar.

Auch die Nutzerzahlen von Apple Pay steigen stetig. Der Zahlungen darüber machen bislang aber nur ein Prozent aller Transaktionen in den USA aus. Viele Kunden sind noch zögerlich, weil sie den Dienst nicht richtig verstehen. Außerhalb der USA ist Apple Pay bislang nur in Großbritannien verfügbar. Für die kommenden Monate hat Apple die Ausweitung auf weitere Länder angekündigt. Wann Apple Pay in Deutschland eingeführt wird, ist jedoch noch offen.

© SZ.de/jab
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